Arbeiten bei großer Hitze - Vorsicht, Lebensgefahr!

Das macht die extreme Hitze mit unserem Körper

Arbeiten bei extremer Hitze ist eine Kampfansage an den Körper. Vorsicht ist geboten, es droht Lebensgefahr!
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25. Juni 2020 - 16:29 Uhr

Wärme-Wand wird zu einer Kampfansage an den Körper

Es ist heiß in Deutschland – die erste Hitzewelle 2020 ist in vollem Gange. Und die Wärme-Wand wird zu einer Kampfansage an den Körper. Wie reagiert er auf diese Temperaturen? Und was ist mit Menschen, die bei diesen Temperaturen draußen auch noch körperlich hart arbeiten müssen? Wann wird es für uns Menschen richtig gefährlich?

Alle aktuellen Entwicklungen zur ersten Hitzewelle 2020 finden Sie in unserem Live-Ticker.

Hitze fordert unseren Körper heraus

Für unseren Körper ist Arbeiten bei Hitze eine echte Herausforderung. Nicht umsonst gibt der Deutsche Wetterdienst ab einer gefühlten Temperatur von 32 Grad eine Hitzewarnung heraus. Unsere biologischen Abläufe funktionieren am besten, wenn die Körpertemperatur bei etwa 37 Grad liegt.

Deshalb ist der Körper bemüht, diese Temperatur möglichst stabil zu halten: "Unser Körper ist auf eine Grundtemperatur von 37 Grad eingerichtet und um diese Kerntemperatur zu halten, gehen die Gefäße auf, geht die Haut auch auf, deswegen schwitzen wir vermehrt. Dadurch sinkt der Blutdruck und das führt zu Schwindel, zu Übelkeit auch zu einem vermehrten Durstgefühl, dem man unbedingt nachkommen muss, um auch das Gefäßsystem wieder aufzufüllen", erklärt uns Dr. Maximiliane Deckart, Chefärztin der Schmerzmedizin in Bad Kissingen.

Das passiert bei Hitze in unserem Körper

Stufe 1: Wir schwitzen. Der Schweiß verdunstet an der Hautoberfläche, wodurch die Haut abgekühlt wird. Stufe 2: Die Hautarterien und Blutgefäße weiten sich, um möglichst viel warmes Blut zur Abkühlung an die Hautoberfläche zu leiten - unsere Haut wird rot, der Blutdruck sinkt und wir atmen schneller.

Problematisch wird es, wenn die Außentemperatur genauso hoch oder sogar höher ist als die Körpertemperatur - also ab 37 Grad Celsius. Dann muss der Körper massiv gegensteuern. Wir schwitzen noch mehr und verlieren dadurch wichtige Körperflüssigkeit. Aber wir kühlen eben nicht mehr ab, weil kaum noch Schweiß verdunstet - dazu braucht es natürlichen oder durch Ventilatoren künstlich erzeugten Wind. Auch das an die Hautoberfläche geleitete Blut wird durch die hohe Außentemperatur nicht kälter.

Im Gegenteil: Unsere Körpertemperatur steigt schnell auf fieberähnliche 39 Grad, der Blutdruck sinkt weiter und wir verlieren durch das Schwitzen immer mehr Wasser. Ein Teufelskreis. Nach wenigen Stunden versagt der Kreislauf, unsere Zellen und Organe nehmen Schaden - es droht Todesgefahr. Gleichzeitig schadet die UV-Strahlung der Sonne unserer Haut, dem wichtigsten Organ zur Wärmeregulierung - Hitzschlag und Sonnenstich drohen.

Wer sich trotz Kollaps nicht schont, spielt mit seinem Leben

Extreme Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Schwindelgefühl - all das sind Symptome für einen drohenden Hitzschlag. Wer sich bei hohen Temperaturen zu lange in der Sonne aufhält, bekommt ernsthafte Kreislaufprobleme, denn der Wasserverlust durch das Schwitzen und der schwächer werdende Blutdruck führen zu Durchblutungsstörungen des Gehirns. Wenn unsere Schaltzentrale im Kopf nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird, fallen wir in Ohnmacht. Wer sich trotz Kollaps nicht schont, spielt mit seinem Leben: Denn der Kollaps ist die Vorstufe des Hitzschlags, der die Organe teilweise lebensbedrohlich schädigt.

Fast genauso gefährlich ist der Sonnenstich. Dabei heizt sich das Gehirn durch die Sonneneinstrahlung so stark auf, dass das Hirngewebe anschwillt und sich die Hirnhaut entzündet. Was Sie bei Verdacht auf Sonnenstich beachten müssen, zeigen wir Ihnen in unserem Video.