Auch Klassiker sind dabei

„Das Leben des Brian“ oder „Heidi“ - welche Filme sind an Karfreitag verboten?

© CINETEXT, Cinetext Bildarchiv

18. April 2019 - 13:43 Uhr

Horror- und Erotikfilme sind noch nachvollziehbar

Am stillen Feiertag Karfreitag gilt neben dem Tanzverbot auch ein Filmverbot. Mehr als 700 Produktionen dürfen nicht öffentlich gezeigt werden. Neben Horror- und Erotikstreifen finden sich auf kuriose Titel wie "Mary Poppins oder "Heidi" auf der Liste. 

Für Christen herrscht Tanzverbot

Traditionell herrscht an Karfreitag in Deutschland Tanzverbot. Der Tag der Kreuzigung von Jesus Christus ist ein sogenannter "stiller Feiertag". Und an denen sind eben nicht nur öffentliche Partys und Konzerte untersagt, sondern generell alle Veranstaltungen, die "nicht dem ernsten Charakter dieser Tage entsprechen". Was viele nicht wissen: auf dem Index stehen auch bestimmte Filme.

Über 700 Filme sind verboten

Verantwortlich dafür ist eine Verordnung aus dem Jahr 1952: Die FSK ("Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft GmbH") hat eine Liste mit über 700 Filmen zusammengestellt, die "dem Charakter dieser Feiertage so sehr widersprechen, dass eine Verletzung des religiösen und sittlichen Empfindens zu befürchten ist" und somit nicht gezeigt werden dürfen.

Das klingt vielleicht auf den ersten Blick viel. Ist es aber bei näherer Betrachtung nicht wirklich. Denn die meisten der Filme auf der roten Liste sind alt. Und auch die Vorstellung davon, was an Feiertagen erlaubt ist oder nicht, hat sich in den letzten 60 Jahren sehr gewandelt.

So wurden 2015 beispielsweise nur vier Filme nicht feiertagsfrei gegeben. Zum Vergleich: 1980 wurden immerhin noch 91 Filme in den Giftschrank der FSK gepackt. Und 2018 traf es laut den Badischen Neuesten Nachrichten gar nur den Horrorfilm "The Strangers: Opfernacht".

„Das Leben des Brian“ an Karfreitag?

Ein Film, dessen Ausstrahlungsverbot in den letzten Jahren immer wieder für Diskussionen sorgte, ist die Religions-Satire "Das Leben des Brian". Obwohl der Film mittlerweile Kultstatus genießt, ist er bei Christen nach wie vor umstritten.  

Zwar wird der Film vermutlich offiziell noch lange auf der der Liste verbleiben. Dennoch wurde Vorstößen wie der der Initiative "Religionsfrei im Revier" in Bochum oder einem Eilantrag eines Betreibers in Stuttgart statt gegeben, den umstrittenen Film dennoch zu zeigen.

Sieben Filme, die ebenfalls nicht gezeigt werden dürfen. Leider!

  • Ghostbusters

  • The Rocky Horror Picture Show

  • Louis de Funès

  • Heidi in den Bergen

  • Mary Poppins​

  • Die Brüder Löwenherz

  • Lammbock

Sind die Filmverbote noch zeitgemäß?

Der Grund für das Ausstrahlungsverbot ist manchmal nur, dass die Verleihfirmen vergessen haben, den Film auf seine Feiertagstauglichkeit prüfen zu lassen. Und eine Nachprüfung kostet Geld und lohnt sich deshalb häufig nicht. Ob und wieweit die Regelung in der heutigen Zeit noch sinnvoll ist, stellt selbst FSK in Frage.

So heißt es auf ihrer Online-Seite: "Sicherlich diskussionswürdig ist, inwieweit diese Regelung insgesamt noch als zeitgemäß empfunden wird. Hier wären ein gesellschaftlicher Diskurs und der Gesetzgeber gefragt."