Das Joshua-Profil: Torben Liebrecht im Interview

Torben Liebrecht verkörpert in "Das Joshua-Profil" den Schriftsteller Max Rhode
Torben Liebrecht verkörpert in "Das Joshua-Profil" den Schriftsteller Max Rhode © MG RTL D / Boris Laewen

Er spielt die Rolle des Schriftstellers Max Rhode

Im Interview verrät der Schauspieler unter anderem, welche Lektüre bei ihm privat auf dem Nachttisch liegt und wie die Zusammenarbeit mit Autor Sebastian Fitzek war.

"Auf meinem Nachttisch steht ein Kassettenrekorder mit alten Hörspielen"

Mögen Sie Psychothriller, oder welche Lektüre liegt bei Ihnen auf dem Nachttisch?

Torben Liebrecht: "Ich muss zugeben, ich habe bisher mehr Psychothriller geschaut als gelesen. Aktuell lese ich am liebsten Lyrik, Psychologie- und Philosophiebücher, insgesamt aber leider viel zu wenig. Auf meinem Nachttisch steht ein Kassettenrekorder, der die alten Hörspiele aus meiner Kindheit abspielt."

Herr Liebrecht, Hand aufs Herz, wie viele Fitzek-Romane haben Sie gelesen, bevor Sie sich mit der Rolle auseinandergesetzt haben?

Torben Liebrecht: "An Sebastians Namen führt hierzulande ja absolut nichts vorbei. 'Das Joshua-Profil' und 'Die Blutschule' waren aber tatsächlich meine erste direkte Begegnung mit seiner Arbeit. Für den nächsten Urlaub werde ich einen weiteren Fitzek in den Koffer packen."

Nachdem Sie dann "Das Joshua-Profil" gelesen haben, konnten Sie sich gleich in den Charakter Max Rhode hinein versetzen?

Torben Liebrecht: "Ja, das konnte ich. Sein Konflikt ist im Kern absolut universell. Einem ganz normalen Menschen droht, das Wichtigste in seinem Leben zu verlieren: sein Kind, seine Familie. Und dagegen kämpft er mit allen Mitteln."

Wie war die Zusammenarbeit mit Sebastian Fitzek, der eine kleine Rolle als Buchhändler gespielt hat?

Torben Liebrecht: "Sebastian ist eine Naturtalent. Ein großartiger Performer, daran gab es zu keiner Sekunde einen Zweifel. Er hat eine richtige kleine Figur für seinen Cameo erarbeitet und ist auch schon selbst als Max Rhode auf der Frankfurter Buchmesse aufgetreten. Das Verwandeln liegt ihm. Er ist ein sympathischer und unverstellter Mensch, die Begegnungen mit ihm waren sehr offen und herzlich."

Unterhält man sich dann auch über die Rolle, bzw. wie der Figurenschöpfer den Charakter sieht?

Torben Liebrecht: "Sebastians Sicht auf die Figur legt die Originalvorlage ja bis ins letzte Detail dar. Beim Drehen ist Jochen Alexander Freydank, unser Regisseur, das Korrektiv. Gemeinsam mit ihm und meinen Schauspielkollegen und -kolleginnen findet dann die szenische Figurenarbeit statt. Sebastian hat großes Vertrauen in uns und wir genießen eine Freiheit, mit der wir sehr achtsam umgehen. Ich finde es hochspannend, dem Kreativen hinter der Geschichte begegnen zu können und hoffe, dass Sebastian an seiner Hauptfigur Max Rhode vielleicht sogar ein paar neue Nuancen entdecken wird, die ihn positiv überraschen."

Glauben Sie, dass so etwas wie im Buch passieren kann?

Torben Liebrecht: "Die technischen Voraussetzungen für solch ein Szenario sind längst gegeben und Predictive Policing läuft bereits in Praxisversuchen."

Predictive Policing – Fluch oder Segen?

Torben Liebrecht: "Ein Verbrechen verhindern zu können, bevor es begangen wird, klingt oberflächlich betrachtet vielversprechend und entspricht unserem gesellschaftlichen Grundbedürfnis nach Sicherheit. Wenn man das aber ganz konsequent zu Ende denkt, bleiben schlichtweg zu viele Möglichkeiten für einen Missbrauch solcher Technologien. Es stellt sich die Frage nach der Ethik, der Vereinbarkeit mit den Prinzipien eines demokratischen Rechtsstaats und letztlich auch der persönlichen Freiheit des Einzelnen. Wie lebenswert wäre eine Gesellschaft, in der irgendwann womöglich bereits ein Gedanke zum Straftatbestand werden kann?"

Welche Fallstricke sehen Sie im Allgemeinen bei Bestseller-Verfilmungen und speziell bei der Umsetzung von "Das Joshua-Profil"?

Torben Liebrecht: "Gefallsucht. Man wird nie der persönlichen Fantasie und Befindlichkeit eines jeden Lesers gerecht werden können. Es geht darum, den Erzählkern aus dem Roman in ein Medium mit ganz anderen Spielregeln zu übertragen. Das bedeutet, bestimmte Dinge zu verstärken und andere wiederum verlieren zu müssen. Ein Roman hat viel Raum für episches Erzählen und innere Gedankenwelten. Film hat immer eine bestimmte Länge, ein bestimmtes Budget und braucht sichtbares Handeln. Adaptieren ist immer auch interpretieren. Ich glaube, am Ende ist es wie bei einer Coverversion. Die klingt nie so wie der Originalsong, ist aber gerade dann überraschend und berührend, wenn sie auf ihre eigene Stimme vertraut.