1. Oktober 2016 - 9:41 Uhr

Mutter Anke Old: "Du siehst den Tod vor Augen"

"Bitte, bitte, iss!" Wie erklärt man etwas, das man einfach nicht verstehen kann? Wenn Teenager aufhören, zu essen, leiden nicht nur sie selbst. Auch ihre machtlosen Angehörigen gehen in dieser Zeit durch die Hölle. Jenke von Wilmsdorff hat eine Familie besucht, die genau diese Hölle erlebt - und überstanden hat.

Selina ist noch ein Teenager, als sie anfängt zu hungern. Sie verzichtet zuerst nur auf Süßigkeiten, isst mehr Obst - doch was als gesunde Ernährung anfängt, wird schnell zur gefährlichen Sucht. Selina hungert sich elf Kilo runter. An ihrem 14. Geburtstag dann der Schock für die Eltern.

Als der Teenagerin das T-Shirt hochrutscht, sieht Mutter Anke die Auswirkungen: Selina ist nicht mehr als Haut und Knochen. "Du siehst den Tod vor Augen", erinnert sich Mutter Anke Old noch heute wie damals. Gleich am nächsten Tag geht Anke mit ihrer Tochter zum Arzt. Die Dignose: Magersucht. "Mit Magersucht konnte ich gar nichts anfangen. Mager? Ich habe mich immer noch dick gefühlt", sagt die heute 19-jährige Selina.

Es folgt eine Zeit mit Selbstvorwürfen, Unsicherheit, Angst - und viel Streit. "Man sucht erstmal die Fehler bei sich selbst. Was hast du falsch gemacht? Gibt es irgendwas, was du nicht beachtet hast?", fragt sich die verzweifelte Mutter. "Man merkt es leider Gottes zu spät."

Und je mehr sich Selinas Eltern um ihre Tochter sorgten, umso schwieriger wurde ihr Verhältnis! Was die Magersucht mit der 14-Jährigen anrichtete, wie schlimm der Alltag mit der Essstörung war und wie die Familie die Krankheit letztendlich besiegen konnte - das sehen Sie im Video.