Das Jenke-Experiment: Jenke von Wilmsdorff hungert und verfällt der Anorexie

Was treibt Menschen in die Magersucht?

RTL-Reporter Jenke von Wilmsdorff startet sein neues Experiment mit einem Besuch bei Prof. Dr. Kurscheid. Jenke will wissen, warum immer mehr Menschen an einer Essstörung erkranken. Dafür will er 28 Tage lang hungern. Der Arzt gibt ihm einen Ernährungsplan mit, der ausschließlich aus flüssiger Nahrung besteht. Der Höhepunkt des Tages: eine Gemüsebrühe. Das Experiment ist nicht ungefährlich, denn jeder fünfte Magersüchtige stirbt an den Langzeitschäden.

Dr. Markus Wilken ist Diplom-Psychologe und Spezialist für Essstörungen. Der 42-Jährige begleitet als Experte das Jenke-Experiment. Er glaubt zunächst nicht, dass Jenke eine Essstörung nachempfinden kann: "Anorexie kommt von innen. Du musst es selber wollen." 

Jenke macht trotzdem weiter. Nach den ersten 24 Stunden ohne Nahrung kommt schließlich ein Glas Glaubersalz zum Einsatz.

Nach einer Woche die erste Zwischenbilanz: Ohne feste Nahrung hat Jenke drei Kilo abgenommen. Und nicht nur das: Er wird krank. Der unterversorgte Körper macht schlapp. Um den Dauerhunger zu bekämpfen, lässt sich Jenke einiges einfallen. So kauft er sich ein Brot - um es nur streicheln und riechen zu können. Für Psychotherapeut Dr. Wilken, der als Experte das Experiment begleitet, ist das ein typisch anorektisches Muster: "Hier will Jenke zeigen, dass er alles unter Kontrolle hat." Und Jenke gleitet immer mehr ab: Er fängt an, seinen schlankeren Körper schön zu finden.  

Halbzeit beim Jenke-Experiment. Nach zwei Wochen gibt es einen geplanten Medizin-Check bei Prof. Dr. Kurscheid. Der Bauchumfang ist um 7,5 Zentimeter geschrumpft, Jenke hat sechs Kilo abgenommen, davon 3,5 Kilo Fett. Der Arzt warnt: "Jetzt einfach weitermachen ist nicht ohne" - und verschreibt Jenke zum Abendessen zumindest eine Dickmilch- oder Joghurt-Mahlzeit. Denn sonst würde Jenke zuviel Muskelmasse verlieren. Jenke darf anfangen etwas zu essen - und ihm geht es schlecht dabei.

Jenke fällt es immer leichter, auf Essen zu verzichten. Er findet sogar gefallen daran, das leichte Hungergefühl im Magen auszuhalten. Für Psychotherapeut Dr. Wilken, der das Experiment begleitet, steht fest: "Jenke ist in der Anorexie angekommen." An Tag 24 führt er ein ernsthaftes Gespräch mit Jenke: "Das ist nicht gesund. Du siehst die Alarmzeichen?" Aber trotz der Warnung will Jenke noch nicht abbrechen. Doch der Kollaps ist näher, als Jenke glaubt. Jenkes Kräfte schwinden. Bei einer Routineuntersuchung reagiert Allgemeinmediziner Prof. Dr. Kurscheid sofort: Es wird ein Test auf Herzinfarkt durchgeführt. 

Nach 28 Tagen ist das Experiment zu Ende. Jenke ist froh, dass alles vorbei ist. Nach fast einem Monate ohne feste Nahrung freut er sich auf sein Lieblingsgericht: Currywurst mit Pommes. Und obwohl der Selbstversuch eigentlich zu Ende ist, macht Jenke nach der Mahlzeit seine erste Bulimie-Erfahrung: Alles muss raus.

Jenkes Fazit nach 28 Tagen hungern: "Mir ist in diesem Experiment bewusst geworden, dass Essstörungen eine schwere psychische Erkrankung sind. Das hat nichts mit mangelnder Disziplin oder einer Schwäche zu tun." Und vor allem: Essen ist mehr als die reine Nahrungsaufnahmen. Es ist Kommunikation, Lebensfreude - "wenn du darauf verzichtest zeigt es, wie tief diese Krankheit sitzt."

"Das ist, wie wenn dir was aus dem Herz gerissen wird!"

Jenke im Knast: Die Sehnsucht wächst jeden Tag

Der macht das wirklich!