Das große Erziehungsexperiment: Diese Einschlafhilfen empfiehlt Expertin Miriam Hoff

In Deutschlands erster Erziehungsshow widmen sich Nazan Eckes und Oliver Geissen allen großen und kleinen Fragen rund um Familie, Kinder und Erziehung.
Das große Erziehungs Experiment © RTL / Guido Engels

Beim Einschlafen geht es um die physische Trennung von den Eltern - und das löst beim Kind oft einen Kontrollverlust und starke Ängste aus. Um dem entgegenzuwirken, setzt Psychotherapeutin Miriam Hoff Techniken ein, die das Kind bewusst miteinbeziehen, ernst nehmen und Sicherheit und Bindung stärken. In der Sendung 'Das große Erziehungsexperiment' hat sie bei Familie Nagel zwei Techniken als Hilfe zum Einschlafen angewandt, die sie in ihrer Praxis schon oft erfolgreich eingesetzt hat

Das Einschlafposter – kindgerechte Visualisierung des Rituals

Das Einschlafposter wird gemeinsam mit dem Kind entwickelt. Das therapeutisch wirksame Element ist hierbei der Einbezug des Kindes in den Prozess – d.h. man überlegt gemeinsam, welche Schritte im Abendritual als erstes, zweites, drittes etc. kommen könnten. Hierbei kann man entsprechende Malvorlagen oder Bildszenen ausdrucken und dem Kind zur Auswahl vorlegen. Man schneidet dann gemeinsam aus und bemalt die einzelnen Schritte des Abendrituals. So hat das Kind das Gefühl, dass es ein Mitbestimmungsrecht“ hat. Durch die gemeinsame Entwicklung sitzt es sozusagen mit im Boot und kann sich entsprechend leichter an das so vorher Abgemachte halten.

Ein weiterer kindzentrierter Vorteil des Posters ist die Visualisierung: Alles was bildlich sichtbar ist, ist für das Kind viel unmittelbarer verständlich und erfassbar als bloßes Reden. Das Poster sollte gut sichtbar entweder ins Bade- oder Kinderzimmer gehängt werden. Im Verlauf des Abendrituals kann man dann immer wieder darauf verweisen oder das Kind "fragen", welcher Schritt nun als nächstes kommt. 

Das Wollknäuel – die physische Verbindung zwischen Eltern und Kind

Das Wollknäuel stellt eine sicht- und greifbare Verbindung zwischen Kind und Eltern her. Man bietet dem Kind verschieden farbige Wolle an und es sucht sich aus, was ihm am besten gefällt. Dann wird das eine Ende des Wollknäuels dem Kind in die Hand gegeben und das andere Ende bis ins Schlaf- oder Wohnzimmer der Eltern gezogen. So kann sich durch gegenseitiges Ziehen am Knäuel der Anwesenheit des jeweils anderen versichert werden.

Das Wollknäuel ist sozusagen eine "sichtbare Nabelschnur" und stärkt beim Kind das Bindungs- und Sicherheitsgefühl. Außerdem ist es ein idealer Übergang zum "Loslassen" bei gleichzeitigem Erhalt des Vertrauens. Dem Kind gelingt es so leichter, alleine in seinem eigenen Bett einzuschlafen und kann sich jederzeit vergewissern, dass die Eltern noch da sind. 

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