Das grausame Geschäft mit Hunderennen in Australien: "Zutiefst verstörend"

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7. Januar 2016 - 15:04 Uhr

Lebende Kleintiere als Köder

Ein Berichte der Regierung im australischen Bundesstaat Queensland enthüllt Schreckliches: Bei den in 'Down Under' so beliebten Hunderennen ist Tierquälerei an der Tagesordnung. Hunde, die nicht schnell genug laufen und nicht genügend Rennen gewinnen, wurden demnach die Ohren abgeschnitten, andere seien zu Tode geprügelt worden. Die toten Tiere würden häufig in Massengräbern verscharrt. Im April seien in Queensland laut Angaben des britischen Senders 'BBC' 55 Windhund-Skelette gefunden. Jemand hatte die Kadaver einfach in einem Schutzgebiet für Wildblumen entsorgt.

Umfassende Ermittlungen kamen in dem Fall ins Rollen, nachdem durch eine Reportage des Senders 'abc' bekannt geworden war, dass die Hunde im Training häufig mit lebendigen Kaninchen, Ferkeln, Kätzchen oder Opossums geködert werden. Die Kleintiere werden an mechanischen Vorrichtungen befestigt, hinter denen die Hunde zu Trainingszwecken herjagen und den lebenden Köder am Ende brutal zerfleischen. Diese illegale Praxis hatte die Behörden auf den Plan gerufen, das Geschäft mit den Hunderennen in Queensland von Polizei und Tierschutz genauer durchleuchten zu lassen.

Auch die Behörden kommen zu dem Ergebnis, dass das Ködern mit lebenden Kleintieren gängige Praxis beim Hundetraining ist. Obwohl es keinen endgültigen Beweis gäbe, sei es naiv, zu glauben, dass die Praxis nicht weitverbreitet ist, heißt es in dem Bericht.

Premierministerin zieht Konsequenzen

Laut 'abc' finden in Australien jährlich 40.000 Hunderennen statt. Für diesen Zweck werden 300.000 Windhunde gehalten und trainiert. Die Rennen sind bei Australiern sehr beliebt, denn mit Sportwetten auf die Tiere lassen sich hohe Preisgelder erzielen. Etwa vier Milliarden australische Dollar werden pro Jahr in Wetten bei Hunderennen gesteckt, berichtet der Sender. Das Geschäft rund um die Windhunde brummt, aber die Veranstalter, Trainer und Hundebesitzer verdienen auf Kosten der Tiere.

Doch das hat jetzt Konsequenzen: Die Premierministerin von Queensland, Annastacia Palasczuk, will die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen. Sie verurteilte das Ködern mit lebenden Tieren als "absolut ekelhaft" und auch die Massengräber der Rennhunde seien "zutiefst verstörend". Zahlreiche Hundetrainer wurden bereits suspendiert oder wegen Tierquälerei vor Gericht verurteilt, wie die BBC berichtet. In besonders schlimmen Fällen wurden die Tierquäler vom Rennsport ausgeschlossen. Sie dürfen nie wieder an Hunderennen teilnehmen.

Außerdem versucht die Regierung, grausame Praktiken im Hundesport zu unterbinden und den beliebten Wettsport wieder tierfreundlicher zu machen. Auch in anderen Bundesstaaten gibt es Windhundrennen. In New South Wales, Victoria und Tasmanien wurden die Behörden ebenfalls aktiv und ließen die Fälle von Tierquälerei untersuchen, die Ergebnisse sollen in den nächsten Monaten veröffentlich werden.