Das Geschäft mit der Krankheit: So dreist zocken einige Geistheiler Patienten ab

27. November 2017 - 23:05 Uhr

Der Geisterheiler als letzte Chance?

Wer schwer erkrankt ist, greift oft nach dem allerletzten Strohhalm, um wieder gesund zu werden oder das Leben zumidest zu verlängern. Viele Patienten suchen dann sogenannte Geistheiler auf. Begleitend zur Schulmedizin ist das sicher kein Problem. Das kann es aber werden, sobald Geistheiler alleine am Werk sind. Denn hier gibt es einige schwarze Schafe und nur wenig Kontrollmöglichkeiten. Günther Reimann hat schmerzlich erfahren, was das bedeutet.

Mehr als 300.000 Euro für Hilfe von einer Geistheilerin

Günther Reimanns Frau starb vor einem Jahr an Krebs. Die letzten 18 Monate verbrachte sie bei der Geistheilerin Sabine Rohwer. Dafür zahlte er mehr als 300.000 Euro. Davon alleine 4.000 im Monat für die Zimmermiete in einer Villa und mehrere Hundert Euro für Vitamine.

Geistheiler brauchen keine Ausbildung als Heilpraktiker und kein Medizinstudium, wie das Bundesverfassungsgericht 2004 entschied. Sie dürfen Patienten aber auch keine Heilung versprechen. Wer es doch tut, dem kann das Ordnungsamt das Gewerbe entziehen. Doch in der Praxis passiert das laut Experten kaum.

RTL-Reporter Alexander Römer hat versucht, Sabine Rohwer für die hohen berechneten Kosten zur Rede zu stellen. Im Video sehen Sie, wie die Geistheilerin reagiert.