Das ändert sich zum 1. September 2016

30. August 2016 - 23:09 Uhr

Bessere Vorsorge und weniger Umtauschrecht

Neuer Monat, neue Gesetze – Der September bringt wieder jede Menge gesetzliche Neuerungen mit sich. Besonders im Fokus stehen dabei Vorsorgeuntersuchungen bei Kindern, die in Zukunft nachvollziehbarer und einheitlicher werden sollen. Aber auch für Verbraucher stehen Änderungen auf dem Plan.

Kinderarztbesuch leicht gemacht​

Alle Eltern von Babys und Kleinkindern dürfen sich über Vereinfachungen beim Kinderarzt-Besuch freuen. Das gelbe Heft, das Eltern nach der Geburt im Krankenhaus erhalten, um die Vorsorgeuntersuchungen ihres Kindes zu dokumentieren, wird ab September in einer überarbeiteten Version an die Eltern Neugeborener verteilt. In dem neuen Heft werden Eltern zukünftig ausführlicher über Inhalte der Vorsorgeuntersuchungen informiert. Durch eine herausnehmbare Karte können Eltern dritten, wie zum Beispiel dem Kindergarten, ab September auch einfacher eine Vorsorgeuntersuchung belegen, ohne detaillierte Informationen wie den Ärztebefund weitergeben zu müssen. Eltern, die bislang mit dem alten Heft ausgestattet waren, bekommen das neue Heft als zusätzliche Hilfe, sofern ihre Kinder die U6-Untersuchung noch nicht hinter sich haben.

Außerdem hat der Bundesausschuss entschieden, dass die Eltern-Kind-Beziehung im Rahmen der Früherkennungsuntersuchungen mehr in den Fokus gerückt werden soll. Störungen der Eltern-Kind-Interaktion sollen nämlich verantwortlich für Entwicklungsstörungen des Kindes sein und zu emotionaler Über- beziehungsweise Unterforderung führen. So soll auch verhindert werden, dass Kinder in Familien vernachlässigt oder misshandelt werden.

Für Neugeborene wird ab dem 1. September 2016 ein Mukoviszidose-Screening angeboten, das helfen soll, die unheilbare Stoffwechselkrankheit früher zu erkennen. Die Untersuchung ist an andere bereits bestehende Vorsorgeuntersuchungen von Stoffwechselkrankheiten gekoppelt. Auch die Beratung zum Thema Impfschutz durch den Arzt soll in Zukunft noch stärker stattfinden. Neue festgelegte Standards werden aber auch die Hör- und Sehtests für Kinder bis zum 64. Lebensmonat vereinheitlichen.

Verkürztes Rückgaberecht bei IKEA

Nicht nur in der Gesundheitsbranche gibt es Neuerungen: Das schwedische Möbelhaus IKEA nimmt wie angekündigt ab dem 1. September das lebenslange Rückgaberecht zurück, da die meisten Artikel laut dem Unternehmen sowieso in den ersten zwei bis drei Monaten nach dem Kauf zurückgegeben wurden. Artikel, die ab dem 1. September 2016 gekauft werden, können nach dem neuen Umtauschrecht dann nur noch innerhalb von einem Jahr zurück gegeben werden. Das unbegrenzte Rückgaberecht gilt dann nur noch für Produkte, die zwischen dem 25. August 2014 und 31. August 2016 gekauft wurden. Zugeschnittene Waren, Pflanzen und Artikel aus der Fundgrube sind auch weiterhin von der Rückgaberegel ausgeschlossen.

Glühbirnenverbot wird ausgeweitet

Der September knipst uns das Licht aus – zumindest in Form von sogenannten 'stoßfesten Glühlampen', die ab Monatsanfang in Haushalten verboten sind. Viele Verbraucher nutzen die Birnen als Ersatz für die längst verbotenen haushaltsüblichen Glühbirnen. Verboten bedeutet in dem Fall, dass die Glühlampen nicht mehr in den Verkehr gebracht werden dürfen. Ebenfalls aus dem Verkehr gezogen werden Halogen-Reflektorlampen.

Buchpreisbindung bei E-Books

Auch für elektronisch Bücher gilt am September die Buchpreisbindung. Das heißt, dass alle E-Books zu einem verbindlichen Preis, den der Hersteller bestimmt, verkauft werden müssen. Das gilt auch für Bestellungen aus dem Ausland.