Mann nahm Kind von Spielplatz mit

Das absurde Geständnis des Kinderfängers von Berlin: Der Alkohol war schuld!

31. Juli 2020 - 19:30 Uhr

Täter kam wieder auf freien Fuß

Ende Juni nahm ein Mann ein fremdes Kind vom Boxhagener Platz in Berlin mit – einfach so. Die Mutter bemerkte das Verschwinden ihres Kindes wenige Minuten später. Der Täter wurde festgenommen und kam kurze Zeit später wieder auf freien Fuß. Unsere Reporterin hat den Mann zur Rede gestellt, der in Berlin nur noch als Kinderfänger bekannt ist. Was er erzählt, lässt sie irritiert und fassungslos zurück.

Mädchen verschwindet plötzlich

Es ist der 18. Juni. Eine Mutter nutzt den warmen Sommertag, um mit ihrer zweijährigen Tochter unbeschwerte Stunden auf einem Spielplatz im Stadtteil Friedrichshain zu verbringen. Nur für einen kurzen Augenblick ist die Mutter unaufmerksam. Damit macht sie einen Fehler, den sie noch bitter bereuen wird. Denn plötzlich ist ihre kleine Tochter spurlos verschwunden.

Augenzeugen haben böse Vorahnung

Wenige hundert Meter vom Spielplatz entfernt. Hier wird der Kioskbesitzer Zoran Zivcovic von einer Frau auf eine merkwürdige Situation angesprochen. "Ich habe mir gerade eine Zigarette angemacht und eine Bekannte hat zu mir gesagt 'ich glaube, das Kind gehört nicht zu ihm'". Gemeint ist ein Mann, der ein kleines Mädchen auf seinen Schultern trägt. Zoran und sein Freund Usama zögern keine Sekunde. Sofort nehmen sie die Verfolgung des Kinderfängers auf und stellen ihn zur Rede. Zoran filmt alles mit seinem Handy.

Kinderfänger: „Ich liebe Kinder“

Zoran und Usama fragen den alkoholisiert wirkenden Mann, ob das kleine Mädchen sein Kind sei. Daraufhin stammelt der Mann einige, zusammenhangslose Sätze vor sich hin. "Erstmal mit Papa, der zeigt uns, wo der Abstieg ist." Und dann gesteht er: "Ich liebe Kinder. Ich kann überhaupt nicht verstehen, wie deutsche Mütter und Väter ihre Kinder mit Betreuern zu Hause alleine lassen können." Zoran redet weiter auf den Mann ein. Er soll das Kind wieder zurück zu seiner Mutter bringen. Der Kinderfänger geht tatsächlich in Richtung des Spielplatzes zurück und setzt das Kind dort ab. Der Mann wird kurze Zeit später festgenommen. Aber wieso trägt jemand am helllichten Tag ein fremdes Kind auf seinen Schultern durch Berlin?

"Blöd in ein Fettnäpfchen getreten"

Als unsere Reporterin bei dem Kinderfänger klingelt, öffnet er die Tür für einen kurzen Augenblick, schlägt sie aber direkt wieder zu. Er fordert uns auf, die Kamera auszuschalten. Dann macht er unserer Reporterin ein kurioses Geständnis. "Ich bin da ganz blöd in ein Fettnäpfchen getreten und habe ein bisschen Bier getrunken." Er rechtfertigt seine Tat mit seinem Alkoholkonsum. Mehr sagt er zu dem Fall nicht. Außerdem verspricht er unserer Reporterin, sich bei ihr zu melden, um seine Sicht der Dinge darzustellen. Aber bis heute haben wir nichts von ihm gehört. Im Falle einer Verurteilung drohen dem Kinderfänger aus Berlin bis zu fünf Jahre Haft.