Importe, Exporte, Investitionen

Darum ist die US-Wahl für die deutsche Wirtschaft so wichtig

04. November 2020 - 12:32 Uhr

Bedeutung der US-Wahl für unsere Wirtschaft

Nicht nur Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihre Minister blicken gebannt auf die Auszählung der US-Präsidentenwahl, sondern auch die deutschen Top-Manager. Kein Wunder, schließlich ist die hiesige Wirtschaft sehr eng mit den Vereinigten Staaten verflochten. Ob Donald Trump nun noch mal vier Jahre im Amt bleibt oder von Joe Biden abgelöst wird, interessiert deshalb in den meisten Führungsetagen. Nachfolgend ein Überblick über die Bedeutung der US-Wirtschaft für Deutschland:

Exporte

Die USA sind seit Jahren der wichtigste Exportmarkt für die deutschen Unternehmen. 2019 wurden Waren im Wert von 119 Milliarden Euro dorthin geliefert. Zum Vergleich: Frankreich als Nummer zwei kommt auf 107 Milliarden Euro, die Volksrepublik China als Nummer drei auf 96,0 Milliarden Euro. Gefragt sind vor allem Maschinen, Fahrzeuge und chemische Erzeugnisse. So gingen zwölf Prozent aller deutschen Kfz-Exporte im vergangenen Jahr in die USA (27 Milliarden Euro), bei den Pharma-Exporten sind es sogar 18 Prozent (15 Milliarden Euro).

Importe

Deutschland verkauft nicht nur Waren in die USA, sondern bezieht auch in großem Stil welche von dort. Die Importe summierten sich im vergangenen Jahr auf mehr als 71 Milliarden Euro. Damit belegen die USA Platz drei unter den wichtigsten Lieferländern, hinter China und den Niederlanden. Besonders chemische Produkte werden von dort bezogen, aber auch Maschinen und Fahrzeuge. Werden Exporte und Importe zusammengerechnet, ergibt sich ein Handelsvolumen von 190 Milliarden Euro - was acht Prozent des deutschen Gesamthandels entspricht.

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Investitionen

Deutsche Unternehmen in den USA haben einen Kapitalstock von 470 Milliarden Euro aufgebaut. Das entspricht etwa 24 Prozent aller ausländischen Direktinvestitionen Deutschlands. Damit sind die Vereinigten Staaten der mit Abstand wichtigste Markt. Rund 5400 Unternehmen sind in den USA präsent. Sie sind dabei in allen Bundesstaaten vertreten und schaffen insgesamt etwa 900.000 Arbeitsplätze. Umgekehrt beschäftigen allein die 50 größten US-Unternehmen 283.000 Mitarbeiter in Deutschland. Die US-Unternehmen haben hierzulande einen Investitionsbestand von 79 Milliarden Euro aufgebaut.

Umsatz

Deutsche Unternehmen machten 2019 einen Jahresumsatz von umgerechnet 421 Milliarden Euro in den Vereinigten Staaten. Großkonzerne wie Daimler, Volkswagen, T-Mobile, BMW und Siemens erwirtschaften dort Umsätze im deutlichen zweistelligen Milliardenbereich. Umgekehrt ist Deutschland als größte Volkswirtschaft Europas für viele US-Unternehmen attraktiv. Die 50 größten von ihnen - von Amazon über Ford bis zu ExxonMobil - kommen zusammen auf einen Jahresumsatz von 182 Milliarden Euro in Deutschland.

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Quelle: Reuters / RTL.de