10. Januar 2019 - 14:41 Uhr

Die Wetterlage bleibt heikel

Nach einer kurzen Schneepause am Freitag wird es schon bald wieder kritisch. Bis zum kommenden Dienstag könnten im Bereich des Arlberg in Österreich weitere zwei Meter Neuschnee hinzukommen. Auch in den übrigen Nordstaulagen der Alpen fällt nochmal mehr als ein Meter Schnee. Besonders kritisch wird es im Erzgebirge, wo Regen das Gewicht der Schneelast erhöht.

So gefährlich ist nasser Schnee

Bei Temperaturen um -5 Grad fällt der Schnee meist in Form von Pulverschnee und der Wassergehalt ist geringer. Das Gewicht liegt dann bei 60 bis 100 Kilogramm pro Kubikmeter Schnee. Problematischer ist Schneefall bei 0 Grad, da der Wassergehalt der Schneeflocken mit steigenden Temperaturen zunimmt. Ein Kubikmeter Pappschnee wiegt dann schon 200 Kilogramm. Noch schlimmer wird es, wenn auf einer vorhandenen Schneedecke auf den Dächern Regen fällt -so wie jetzt im Erzgebirge. Der Schnee saugt sich dann buchstäblich voll. Die Folge ist, dass die Last auf 300 bis 500 Kilogramm anwachsen kann! Die eingeschneiten Dächer müssten dann ein drei bis fünfmal mal so großes Gewicht aushalten.

Das Ganze kann man sich auch so vorstellen:

Pulverschnee = trockener Schwamm

Pappschnee = Schwamm kurz ins Wasser getaucht

Regen auf Schneedecke = vollgesogener Schwamm

So geht es weiter - wichtige Bundesstraße in Bayern gesperrt

10.01.2019, Bayern, Schongau: Ein Lastkraftwagen kommt an einer Steigung wegen Schneeglätte zum Stehen. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Auf vielen Straßen Bayerns heißt es: nichts geht mehr!
© dpa, Karl-Josef Hildenbrand, kjh wst

Die kurze Verschnaufpause beim Schneefall in den Alpen kann genutzt werden, um Erkundungs- und Versorgungsflüge zu starten, denn die Lawinengefahr liegt immer noch bei der Gefahrenstufe 4 von 5. Höher als 5 geht nicht. Neben der akuten Lawinengefahr gibt es auch immer mehr Straßensperren wegen der Gefahr von Schneebruch – auch Dächer müssen vermehrt freigeschaufelt werden. Die Lage bleibt also auch ohne Schneefall noch brisant! In Oberbayern musste die wichtige Bundesstraße 307 teilweise gesperrt werden. Reisende und Pendler nutzen die Bundesstraße, um die Inntalautobahn zu umfahren.

Es drohen einstürzende Dächer - Siedlungen von der Außenwelt abgeschnitten

Mit einem neuen Tiefausläufer drohen ab Samstag erneut heftige Schneefälle entlang der Alpen. Besonders betroffen könnten wieder die Regionen um den Arlberg sein. Hier werden bis Dienstag noch mal zwei Meter Neuschnee vorhergesagt. Auch an der Nordseite der Alpen ist noch mal ein Meter Neuschnee drin. Die Folge sind womöglich eine Erhöhung der Lawinenwarnstufe auf die Höchste Stufe 5 sowie weitere Straßensperrungen und möglicherweise Evakuierungen von Städten. Die Siedlung Buchenhöhe in Berchtesgaden und die Gemeinde Jachenau sind wegen des Schnees weitgehend abgeschnitten, aber mit Lebensmitteln ausreichend versorgt.

Auch im Erzgebirge droht bis zu ein Meter Neuschnee. Besonders kritisch wird dabei die Regenphase am Sonntag. Dadurch saugt sich der Schnee voll mit Wasser und die mit Schnee beladenen Dächer werden einer krassen Belastung ausgesetzt.