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Darmkrebs-Vorsorge: Alkohol ist ein wichtiger Risiko-Faktor für Darmkrebs

Auch moderate Mengen an Alkohol steigern schon das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken.
Auch moderate Mengen an Alkohol steigern schon das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken. © Yuri Arcurs YAPR

Trinken Sie an mindestens drei Tagen in der Woche keinen Alkohol

Ein kleines Gläschen Prosecco mit den Mädels, zwei Fläschchen Bier zum Feierabend? (Moderater) Alkoholkonsum ist unserer Gesellschaft akzeptiert und häufig auch im Alltag vieler Menschen fest verankert. Doch genau davor warnt nun die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). Auch moderate Mengen steigern demnach das Risiko an Darmkrebs zu erkranken. Was getrunken wird, also ob harter Alkohol wie Whiskey oder Schnaps oder weniger starker Alkohol wie Wein oder Bier sei dabei hingegen nicht entscheidend. So empfiehlt die DGVS jedem, mindestens an drei Tagen in der Woche gar nichts zu trinken.

Krankenkassen zahlen ab 55 Jahren die Darmspiegelung zur Vorsorge

Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen in Deutschland. 64.000 Menschen erkranken jährlich und etwa 26.000 Menschen sterben an Darmkrebs. Männer erkranken häufiger als Frauen. Prävention, aber auch Früherkennung sind daher so essenziell. Eine regelmäßige Darmspiegelung ist wichtig, betont Professor Dr. med. Wolf Schmiegel von der Uni-Klinik Bochum. Die DGVS empfiehlt diese insbesondere Männern bereits ab 50 Jahren, ab 55 Jahren zahlt das auch die Krankenkasse.

Darmkrebs: So wichtig und einfach ist Vorsorge!
Darmkrebs: So wichtig und einfach ist Vorsorge! 02:35

Bei erblicher Vorbelastung sollten Sie früher eine Darmspiegelung machen lassen

Bei familiärer Vorbelastung wird auch eine Darmspiegelung in jüngeren Jahren empfohlen. Hierfür macht sich unter anderem die ‚Felix Burda Stiftung‘ stark: „Wenn aufgrund von Darmkrebs in der Familie oder einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung ein erhöhtes Risiko vorliegt, sollten Sie wesentlich früher, bei Darmkrebs in der Familie spätestens mit 40 bis 45 Jahren eine Darmspiegelung machen“, empfiehlt die Stiftung auf ihrer Webseite.

Manche Ärzte wie Udo E. Beckenbauer empfehlen bei genetischer Vorbelastung sogar noch frühere Darmspiegelungen. „Wer zu diesem Risikokreis zählt, kann bereits im Alter von 25 bis 50 schon einen fortgeschrittenen Darmkrebs haben. Es gibt bei dem genetischen Krebs kein 'zu jung', hier muss frühzeitig schon ab 25 Jahren endoskopiert werden, also regelmäßig eine Darmspiegelung, durchgeführt werden“, sagte er dem Magazin ‚Focus‘. Je früher der Krebs erkannt wird, desto höher sind auch die Heilungschancen.

Diese Symptome deuten auf Darmkrebs hin

Darmkrebs-Symptome treten oft erst recht spät auf. Bei folgenden Anzeichen sollten Sie in jedem Fall aufmerksam werden und einen Arzt aufsuchen:

  • Veränderung des Stuhls mit Blut- oder Schleimanteil
  • sehr schlechter Geruch des Stuhls
  • durch tumorbedingte Verengungen im Darm bleistiftförmiger Stuhl
  • wechselweise auftretender Durchfall und Verstopfung
  • krampfartige Bauchschmerzen
  • Blähungen, die möglicherweise von ungewolltem Stuhlabgang begleitet werden.
  • starker Gewichtsverlust mit sichtbarer Auszehrung sowie Blutarmut ('Anämie')

Da die Risiko-Faktoren für Darmkrebs bekannt sind, lässt sich die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung recht gut verringern: Eine ausgewogene Ernährung sowie regelmäßige Darmspiegelungen zur Erkennung von Polypen spielen eine maßgebliche Rolle.

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