Darmkeime: Charité stoppt Frühchen-Aufnahme - Zustand von kranken Babys stabil

Wegen eines Darmkeims nimmt die Berliner Charité vorerst keine Frühchen mehr auf der Neugeborenen Station auf. Motivbild
Wegen eines Darmkeims nimmt die Berliner Charité vorerst keine Frühchen mehr auf der Neugeborenen Station auf. Motivbild
© picture alliance / dpa, Angelika Warmuth

30. Mai 2015 - 15:40 Uhr

Herkunft der Keime noch ungeklärt

Der Ausbruch einer Infektion mit Darmkeimen bei frühgeborenen Säuglingen in der Berliner Uni-Klinik Charité betrifft lediglich vier und nicht fünf Babys, wie die Klinik mitteilte. Bei einem fünften Frühgeborenen sei ein anderer Bakterienstamm nachgewiesen worden. Hier handele es sich um einen typischen Einzelfall einer Keimbesiedelung, der nichts mit den anderen Fällen zu tun habe. Weiter hieß es: "Derzeit sind alle betroffenen Kinder stabil."

Drei Frühgeborene hatten sich mit Darmkeimen infiziert und Lungenentzündungen bekommen, bei einem weiteren kam es zu einer örtlichen Entzündung am Auge. Bei dem fünften, zuletzt aufgenommenen Kind, wurden Keime bereits bei der Ankunft in der Charité festgestellt. Es war vorher am Herzen operiert worden.

Seit die Infektionen auf der Frühgeborenenstation der Charité festgestellt wurden, werden dort keine Frühchen mehr aufgenommen. Die Herkunft der Keime ist noch ungeklärt. Auf der betroffenen Station werden auch die Vierlinge der 65-jährigen Annegret R. versorgt. Sie sind jedoch räumlich getrennt von den fünf infizierten Babys.

2012 waren an der Charité bei mehreren Säuglingen und Frühchen Serratien-Keime entdeckt worden. Einige erkrankten, andere trugen den Keim auf der Haut. Der Tod eines infizierten Babys, der allerdings durch eine Herz-OP eintrat, hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt.