Darauf müssen Sie beim Wechsel des Strom- und Gasanbieters achten

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29. Oktober 2015 - 11:02 Uhr

Bei Strom und Gas bis zu 1.000 Euro sparen

Mit fast jedem neuen Jahr kommt ein preislicher Strom-Schock, weil die beispielsweise die Umlage für erneuerbare Energien steigen und die Versorger auch sonst die Preise kräftig hochschrauben. Da ist es ratsam, die eigenen Energieausgaben zu checken und zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln.

Was ein guter Strom- und Gasanbieter haben muss

Die Gas- und Stromversorger mussten sich bislang bei Preiserhöhungen keine großen Sorgen darüber machen, dass ihnen die Kunden weglaufen. Laut der Bundesnetzagentur haben erst 15 Prozent der Kunden ihren Versorger gewechselt. Doch das könnte sich jetzt ändern. Denn je mehr Stromkunden den Anbieter wechseln, umso größer wird der Druck auf alle anderen, Preiserhöhungen zu vermeiden, sagen Verbraucherschützer. Außerdem besitzen die Kunden bei jeder Erhöhung der Gas- und Strompreise ein Sonderkündigungsrecht, das sie nur in Anspruch nehmen müssen.

Vergleichsportale wie Verivox bieten einen schnellen Überblick über Gas- und Stromanbieter in der eigenen Region. Aber nicht immer sind die Tarife, die an der Spitze der Vergleichscharts stehen, auch die tatsächlich besten. Einige Anbieter mogeln sich mit einem Neukundenbonus an die Spitze der Ergebnislisten. Fällt der Neukundenbonus nach dem ersten Jahr wieder weg, stehen die Tarife viel schlechter dar. Trotzdem können auch diese Tarife für Kunden interessant sein, die sich vor einem jährlichen Anbieterwechsel nicht scheuen und die langen Kündigungsfristen von 3 Monaten im Blick haben.

Aber worauf soll man bei der Auswahl des Anbieters konkret achten? Finanztest hat einige Kriterien aufgelistet, die ein verbraucherfreundlicher Tarif haben sollte. Hierzu gehört eine monatliche Zahlungsweise, bei der der Kunde jeden Monat einen Abschlag bezahlt. Der Tarif sollte auch eine Preisgarantie beinhalten, die mindestens zwölf Monate lang sein sollte und für wichtige Bestandteile des Preises wie den Energiekostenanteil gelten. Außerdem sollte die Kündigungsfrist zum Ende der Laufzeit nicht länger als sechs Wochen betragen. Schließlich sollte der Kunde nach der Mindestvertragslaufzeit jederzeit mit einer Frist von vier Wochen aus dem Vertrag kommen können. Diese Anschlusslaufzeit, oft auch Verlängerung genannt, steht im Vergleichsportal Verivox unter "Details zum Tarif".

Meiden sollten Kunden Tarife, bei denen der geschätzte Jahresverbrauch per Vorkasse bezahlt wird. Nicht zu empfehlen sind Pakettarife. Der Kunde kauft eine feste Strommenge. Verbraucht er weniger, gibt es kein Geld zurück. Auch der Neukundenbonus lässt einen Tarif nur fürs erste Jahr günstig erscheinen. Oft verpufft der Spareffekt im zweiten Jahr. Verbraucherunfreundlich sind auch Tarife, die eine lange Frist beinhalten. Solche Tarife haben eine lange Kündigungsfrist von drei Monaten, meist verlängern sich die Verträge automatisch um zwölf Monate oder sogar mehr.

Mit diesen Vorgaben lässt sich für jeden Strom- und Gaskunden ein guter und günstiger Anbieter herausfiltern. Auf der Jahresendabrechnung stehen Kunden- und Zählernummer, die für den Wechsel benötigt werden. Vergleichrechner wie Verivox benötigen nur die Postleizahl, um die günstigen Anbieter aufzulisten. Ist der neue Anbieter ausgewählt, muss nur noch die Antrag ausgefüllt und abgeschickt werden. Zähler werden nicht ausgebaut, der Wechsel findet nur auf dem Papier statt. Übrigens findet sich laut Finanztest unter den günstigsten Anbietern in jeder Stadt mindestens ein Ökostromangebot. Da lohnt sich ein Wechsel direkt doppelt.