Daniela Ludwig warnt vor Verharmlosung von Cannabiskonsum

Daniela Ludwig, Drogenbeauftragte der Bundesregierung, spricht während einer Pressekonferenz. Foto: Gregor Fischer/dpa/Archivbild
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19. Juni 2020 - 5:12 Uhr

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig, warnt vor einer Verharmlosung des Cannabiskonsums. "Cannabis tötet vielleicht nicht direkt, aber es kann die seelische Gesundheit von jungen Menschen unwiderruflich und damit ihre Lebenswege zerstören", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. "Fakt ist: Je früher und je häufiger Cannabis konsumiert wird, umso schädlicher ist es und umso gravierender können die gesundheitlichen Folgen sein."

Eine Legalisierung oder auch eine kontrollierte Abgabe des Rauschmittels - wie sie etwa aus den Reihen der Grünen gefordert wird - liefere keine Antwort auf die dringlichste Frage: Wie können wir Kinder und Jugendliche vor Cannabis schützen? Cannabis sei kein harmloses Kraut und es zu entkriminalisieren löse nicht das Problem, sondern schaffe im schlimmsten Fall neue.

Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hatten 2018 zehn Prozent aller männlichen 12- bis 17-Jährigen und 5,8 Prozent der Mädchen dieser Altersgruppe in den vergangenen zwölf Monaten Cannabis konsumiert. In der Gruppe der 18- bis 25-Jährigen lagen die Werte bei den jungen Männern bei 27,4 Prozent und bei den jungen Frauen bei 18,3 Prozent. Jeder zehnte männliche junge Erwachsene gab an, regelmäßig zu kiffen.

Hinter den Zahlen verbergen sich nach Worten der CSU-Politikerin Ludwig tragische Schicksale. "Da hören Sie Geschichten, von dem einst sportlichen und lustigen Sohn, der durch Cannabis plötzlich völlig von der Rolle ist." Er könne seinen Alltag nicht mehr stemmen, lasse Schule und Freunde links liegen, leide unter Angstzuständen oder schweren Depressionen. Deshalb habe sie eine bundesweite Aufklärungskampagne über die sozialen Medien gestartet. Die zweifache Mutter: "Ich möchte Prävention, die wirkt und aktiv gegen die falschen Verharmlosungsslogans der Hanffreunde vorgeht."

Quelle: DPA