2018 M08 9 - 18:09 Uhr

"V-Steaming" zur Reinigung der Vagina

Stars wie Gwyneth Paltrow oder Chrissy Teigen schwören darauf: Beim "V-Steaming" wird die Vagina mit Heilkräutern und Wasserdampf behandelt. Die Prozedur, die in einigen Kulturen jahrhundertelange Tradition hat, soll Scheide und Uterus reinigen, die Schleimhäute pflegen, Menstruationsbeschwerden verringern und die Heilung nach einer Geburt beschleunigen. Aber sind Scheiden-Dampfbäder wirklich so effektiv – und vor allem unbedenklich?

Heilkräuter sollen Wirkung verstärken

Das Dampfbad für den Intimbereich, auch koreanisch "Chai-yok" oder indisch "yoni", ist in manchen Ländern Asiens, Südafrikas und Südamerikas ein beliebtes, uraltes Ritual. In den letzten Jahren boomt der "Vagina-Detox" jedoch auch in westlichen Spas und Kosmetikpraxen. Dabei setzt sich die Frau entweder auf einen Hocker über das Behältnis oder wird im Liegen mit speziellen Düsen behandelt, oft in Kombination mit einer Infrarot- oder LED-Bestrahlung.

Das heiße Wasser ist mit diversen Heilkräutern wie Kamille, Rosmarin, Ringelblumen oder Beifuß, der eine antibakterielle Wirkung hat, versetzt. Der entstehende Dampf dringt in die Scheide ein und soll verschiedene positive Effekte haben, unter anderem eine Reinigung und Desinfektion, regelmäßigere Zyklen und weniger Krämpfe während der Periode. Carlijn, die den "V-Steam" in unserem Video in einem Spa in New York ausprobiert, ist von der Anwendung begeistert: "Ich fühle mich erfrischt und sauber." Kann die Behandlung jedoch noch mehr auslösen als ein wohliges Gefühl untenrum?

Wirkung nur teilweise belegt

Tatsächlich sehen viele Gynäkologen das Vaginaldampfbad eher kritisch. Zwar regt es den Blutfluss im Genitalbereich an und lockert die Beckenbodenmuskulatur, was für die Entspannung und Heilung generell von Vorteil ist. Auch bei Scheidentrockenheit oder Hautirritationen vom Rasieren soll es helfen, wie Dr. Sheila de Liz, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe in Wiesbaden, im Magazin "Elle" bestätigt.

Allerdings gibt es keine wissenschaftlich fundierten Beweise für die Wirksamkeit des "V-Steamings". Denn eigentlich reinigt sich die Vagina dank gutartiger Bakterien in der Scheidenflora selbst – und diese könnten bei der Prozedur ebenso Schaden nehmen wie solche, die für Infektionen und Co. verantwortlich sind. Außerdem besteht bei zu heißen Temperaturen die Gefahr, sich zu verbrühen. Weiterhin sollte darauf geachtet werden, dass die Frau nicht allergisch auf die verwendeten Kräuter reagiert. Besteht der Verdacht auf eine Pilzinfektion, rät die Expertin in jedem Fall von der Intimbehandlung ab: "Dampf und Hitze sind für das Pilzwachstum sehr förderlich", warnt Dr. de Liz. Ob so eine Intimbehandlung also den gewünschten Effekt bringt oder eher Probleme verursacht, hängt also immer individuell von der Frau ab, die sich dieses Wellnessprogramm für die Vagina gönnen will.