Schlammlawine reißt Menschen in den Tod

Dammbruch in Brasilien

27. Januar 2019 - 14:43 Uhr

Zahl der Toten wird weiter steigen

Nach dem Dammbruch an einer Eisenerzmine in Brasilien ist die Zahl der bestätigten Todesopfer auf 34 gestiegen. Rund 250 Menschen wurden nach dem Unglück in Brumadinho im Bundesstaat Minas Gerais noch immer vermisst. Gouverneur Romeu Zema sagte, es sei unwahrscheinlich, noch viele Überlebende zu finden. Die Zahl der Todesopfer dürfte deshalb weiter steigen. Eine tödliche Mischung aus Wasser, Geröll und Erde ist über Häuser und Menschen hinweggerauscht.

Der Unglücksort liegt rund 450 Kilometer nördlich von Rio de Janeiro. Die Schlammmassen hatten sich über Teile der Eisenerzmine und eines Wohngebiets gewälzt. Insgesamt ergossen sich nach Angaben von Vale rund zwölf Millionen Kubikmeter Schlamm über die Anlage und die nahe liegenden Siedlungen.

Damm am Freitag gebrochen

26.01.2019, Brasilien, Brumadinho: Eine Luftaufnahme zeigt eine zerstörte Brücke nach dem Dammbruch an einer Eisenerzmine. Die Einsatzkräfte konnten 46 Menschen aus dem Schlamm retten, aber noch immer rund 300 Menschen werden vermisst. Foto: Andre Pe
Ein Damm ist an einer Eisenerzmine in Brasilien gebrochen.
© dpa, Andre Penner, jga pat

Rund 200 Feuerwehrleute und 13 Hubschrauber waren an den Such- und Bergungsarbeiten beteiligt. Insgesamt wurden über 180 Menschen lebend gefunden und in Sicherheit gebracht.  Der Damm an der Mine des brasilianischen Bergbaukonzerns Vale war am Freitag gebrochen. Der Schlamm hatte eine rot-braune Schneise in das satte Grün geschlagen und alles unter sich begraben. Hubschrauber kreisten über den Schlammmassen und suchten nach Überlebenden.

Ursache des Dammbruchs noch unklar

Wie es genau zu dem Unfall kam, ist noch unklar, sagte Vale-Präsident Fábio Schvartsman. Das Umweltministerium kündigte eine Strafe in Höhe von 250 Millionen Reais (58 Mio Euro) gegen Vale an. Medienberichten zufolge sollten zur Sicherheit Vermögenswerte des Konzerns über eine Milliarde Reais blockiert werden.

UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich schockiert angesichts der Katastrophe. «Der Generalsekretär ist zutiefst betrübt über den schrecklichen Verlust von Menschenleben und die erheblichen Schäden an Häusern und der Umwelt, die durch den Bruch des Damms in Brumadinho verursacht wurden», hieß es in einer Erklärung. «Die Vereinten Nationen sind bereit, die brasilianischen Behörden bei der Suche zu unterstützen». Auch Israel bot Hilfe bei den Rettungsarbeiten an.