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Daimler in der Kritik

700 Millionen Euro durch Kurzarbeit eingespart, höhere Dividende für Aktionäre

Daimler will trotz hunderte Millionen Euro für Kurzarbeit den Aktionären eine höhere Dividende auszahlen.
Daimler will trotz hunderte Millionen Euro für Kurzarbeit den Aktionären eine höhere Dividende auszahlen.
© DPA

31. März 2021 - 15:53 Uhr

1,35 Euro pro Aktie für Daimler-Aktionäre

Ungeachtet großer Kritik will der Autobauer Daimler an der umstrittenen Erhöhung der Dividende für das Jahr 2020 festhalten. Der Vorschlag des Vorstands um Konzernchef Ola Källenius sieht die Ausschüttung von 1,35 Euro pro Aktie vor - die Hälfte mehr als im Vorjahr. Dafür muss der Automobilkonzern heftige Kritik von mehreren Seiten einstecken.

Kritik: Steuergelder werden als Gewinnausschüttungen an Aktionäre weitergeleitet

Kritik entzündet sich vor allem daran, dass Daimler im Vorjahr durch Kurzarbeitergeld konzernweit rund 700 Millionen Euro sparte - und nun dennoch die Ausschüttungen erhöht. Der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre befand, durch dieses Vorgehen mitten in der Pandemie zeige sich Daimler "ignorant für die gesamtgesellschaftliche Stimmung".

Die Interessenvertretung Bürgerbewegung Finanzwende bezeichnete das Vorgehen als "moralisch verwerflich". Im Ergebnis würden so Steuergelder, die Beschäftigung sichern und Pleiten verhindern sollten, als Gewinnausschüttungen an Aktionäre weitergeleitet. Mehrere Organisationen kündigten für Mittwochvormittag Protestkundgebungen an - sowohl in Stuttgart als auch in Berlin.

40 Prozent des Nettogewinns an Aktionäre ausgeschüttet

Der Konzern wies die teils scharfe Kritik an der Erhöhung der Dividende für das Geschäftsjahr 2020 zurück. Der scheidende Aufsichtsratschef Manfred Bischoff sagte, es sei grundsätzliche Daimler-Politik, rund 40 Prozent des Nettogewinns an die Aktionäre auszuschütten. "Die Unterstellung, dass die Dividende ausbezahlt würde aus Steuergeldern, die wir als Subventionen in der Krise erhalten haben, ist schlicht und einfach falsch", ergänzte er vor der formellen Dividendenabstimmung.

Bei den Kurzarbeitergeldern handle es sich um eine Versicherungsleistung aus der Arbeitslosenkasse. Konzernchef Ola Källenius hatte zuletzt zudem gesagt, dass Daimler in diese Kasse lange viel Geld eingezahlt habe.

Quelle: DPA / RTL.de

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