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Dänische Polizei verjagt Drogendealer aus autonomer Gemeinde Christiania

Razzia in autonomer Gemeinde Christiania.
Die Polizei in Kopenhagen räumte die Cannabis-Buden in Christiania ab. © Københavns Politi/Twitter

Alternative Wohnsiedlung Christiania künftig ohne Cannabis-Buden

Seit 1971 ist der "Freistadt Christiania" im Herzen von Kopenhagen ein Rückzugsort für Hippies, Punks und Künstler. Für die dänischen Behörden handelt es sich um eine staatlich geduldete autonome Gemeinde. Nun ist die Polizei mit einer Razzia gegen Drogendealer in Christiania vorgegangen. Dabei wurden insgesamt fünf Kilogramm Cannabis konfisziert. 

Drogenhandel wurde zusehends zum Problem

Eigentlich soll in der autonomen Gemeinde Christiania alles ganz harmonisch ablaufen. Meditation, Yoga, Kunst und Theater - die Bewohner leben einen sehr alternativen, freien Lebensstil. Das Gelände hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einer regelrechten Marke und Touristenattraktion gemausert. Wohl auch, weil auf der sogenannten "Pusher Street" Haschisch und Cannabis öffentlich in befestigten Ständen verkauft wurden. Der Erwerb und Konsum von "weichen Drogen" wurde von der Polizei auf dem Gelände toleriert. Doch damit ist jetzt Schluss. Die Kopenhagener Polizei hat die Stände entfernt und abtransportiert. Insgesamt wurden dabei 5 Kilogramm Cannabis konfisziert, dazu noch andere Stoffe und vier Waffen. 116 Personen wurden von den Beamten mit Hasch erwischt.

"Pusher Street" mit bis zu 130 Millionen Umsatz

In den letzten zehn Jahren war es in Christiania vermehrt zu gewalttätigen Auseinandersetzungen gekommen. Die Drogenhändler hatten enge Kontakte zur organisierten Kriminalität. Bei einer Schießerei im Jahr 2016 wurden zwei Polizisten niedergeschossen, anschließend demonstrierten die Bewohner der Gemeinde gegen die Drogendealer und forderten ihren Rausschmiss. Seitdem wird in Dänemark verstärkt über eine Legalisierung von Cannabis diskutiert, um den Kriminellen die Geschäftsgrundlage zu entziehen. Der Umsatz der "Pusher Street" wurde auf jährlich 100 bis 130 Millionen Euro beziffert. Mit der Räumung der Buden will die Polizei dem Drogenhandel in Christiania ein Ende bereiten. Die Maßnahme betrifft nur die Stände der Cannabis-Händler, die rund 400 Bewohner können in ihren Häusern wohnen bleiben.

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