Nur geliehen

Dänemark schickt Schleswig-Holstein 55.000 Astrazeneca-Dosen

Deutschlands skandinavisches Nachbarland verzichtet derzeit auf den Astrazeneca-Impfstoff.
Deutschlands skandinavisches Nachbarland verzichtet derzeit auf den Astrazeneca-Impfstoff.
© dpa, Owen Humphreys, rac niw vco fuw axs

21. April 2021 - 14:26 Uhr

Ministerpräsident Günther hatte das Nachbarland angefragt

Schleswig-Holstein erhält von Dänemark 55.000 Dosen des Astrazeneca-Impfstoffes: Wie die dänische Regierung am Dienstagabend mitteilte, sei dies eine Art Darlehen. Die Impfdosen sollen nach einem vereinbarten Zeitraum zurückerstattet werden. Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hatte den skandinavischen Nachbarn angefragt. Dänemark verwendet den Impfstoff derzeit wegen der Gefahr von Blutgerinnseln selbst nicht.

Impfdosen sollen nach einem vereinbarten Zeitraum zurückerstattet werden

Laut dänischem Außenministerium muss der Impfstoff nach einem vereinbarten Zeitraum zurückerstattet werden. Damit hält sich Dänemark eine Option offen, sollte der Impfstoff doch wieder genutzt werden. Zudem erklärte Günther am Mittwoch im RTL Nord-Interview, dass die dänische Regierung darauf bestanden hätte, dass die Impfdosen ausschließlich in Schleswig-Holstein verwendet werden dürften. Laut Robert-Koch-Institut haben bis einschließlich Dienstag (20. April) insgesamt 798.611 Schleswig-Holsteiner eine Erstimpfung gegen das Coronavirus erhalten. Günther freute sich, dass durch die zusätzlichen Dosen die Impfkampagne nun noch stärker beschleunigt werden könne.

Was passiert mit den anderen Dosen in Dänemark?

Nachdem sich Dänemark entschieden hat, den Astrazeneca-Impfstoff wegen der Gefahr von Blutgerinnseln selbst nicht mehr zu verwenden, hat die Regierung bislang noch nicht entschieden, was mit den anderen gekauften Impfstoff-Dosen geschehen soll. Der Gesundheitsminister Magnus Heunicke sagte, er sei im Dialog mit mehreren Ländern: "Wenn wir mit einigen Ländern einen Tauschhandel machen können, bei dem wir Astrazeneca-Impfstoffe an sie senden und einige ihrer Pfizer-Impfstoffe zurückbekommen, ist das natürlich äußerst interessant." 270.000 Dosen sind zurzeit in Dänemark eingelagert, im Mai würden 350.000 weitere Dosen erwartet, berichtete die dänische Agentur Ritzau. Diskutiert wird derzeit auch, ob es möglich ist, den Impfstoff an Freiwillige zu verabreichen.


Quelle: DPA, RTL.de

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