Dänemark: 13-Jähriger tötet Freund aus Eifersucht

22. Juli 2011 - 20:01 Uhr

Jungen verabredeten Duell

Ein 13-jähriger dänischer Junge hat einen Gleichaltrigen im Streit um ein Mädchen erstochen. Die Polizei in Sønderborg ist sich sicher, dass Eifersucht das Motiv für die Bluttat unter Kindern war. Nach Überzeugung der Polizei hatten sie deshalb über das Internet oder per Handy ein Duell ausgemacht. "Sie wollten damit klären, zu wem das Mädchen gehört", sagte Kriposprecher Hans Roost in Sønderborg.

13-Jähriger tötet Freund aus Eifersucht
Ein 13-Jähriger hat seinen gleichaltrigen Freund offenbar im Streit erschossen.

Die beiden Jungen hätten sich erst gestritten und irgendwann ein Handgemenge begonnen, berichtete Roost weiter. "Dann zog der Täter ein Messer und hat ein- oder zweimal zugestochen." Dabei habe er den anderen Jungen durch die Brust in die Lunge getroffen. Das Opfer wurde schwer verletzt in das Krankenhaus der dänischen Kleinstadt gebracht. Dort starb der verwundete Junge. Der Täter lief sofort nach Hause und erzählte seiner Mutter, was passiert war; die rief die Polizei an. Von der Tatwaffe fehlt bisher jede Spur.

Täter noch nicht strafmündig

Zu den Zeugen der blutigen Auseinandersetzung vom Mittwochabend auf einem Rasenplatz in Sønderborg hatte auch das 12-jährige Mädchen gehört, in das beide Jungen verliebt waren. Der 13-Jährige mutmaßliche Täter sei nach dänischem Recht noch nicht strafmündig, sagte Roost. Er sei bis auf weiteres in einer besonders gesicherten sozialpädagogischen Einrichtung für Jugendliche untergebracht.

Die dänische Polizei will jetzt mit Hilfe der beiden Handys und der Computer der Jungen klären, wie und was genau die beiden verabredet hatten. Die im Grenzgebiet erscheinende deutschsprachige Zeitung 'Nordschleswiger' berichtete, dass Freunde und Bekannte den Täter als "netten Jungen" beschrieben hätten. Am Tatort versammelten sich am Abend nach der Tat zahlreiche fassungslose Bürger. Mehrere Menschen legten Blumen nieder oder entzündeten Kerzen. Beide Jungen sollen nach Angaben der Nachrichtenagentur 'Ritzau' schon vorübergehend in Heimen gelebt haben. Kontakte mit der Polizei habe es aber nicht gegeben.