Dämpfer der Bundesagentur für Arbeit: Integration von Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt dauert Jahre

04. Februar 2016 - 10:22 Uhr

Die Hälfte aller Flüchtlinge könnte in fünf Jahren einen Job haben

Die Eingliederung von Flüchtlingen in den deutschen Arbeitsmarkt wird ein langwieriger Prozess. Davon geht die Bundesagentur für Arbeit (BA) aus: "Wir sollten nicht zu hohe Erwartungen haben", sagte BA-Vorstandsmitglied Detlef Scheele der 'Süddeutschen Zeitung'. "Wenn es gut läuft, werden im ersten Jahr nach der Einreise vielleicht zehn Prozent eine Arbeit haben, nach fünf Jahren ist es die Hälfte, nach 15 Jahren 70 Prozent."

Eingliederung Arbeitsmarkt Integration
Bis Flüchtlinge einen Job in Deutschland finden, vergehen oft mehrere Jahre. Zu hoch sind die Barrieren wie Spracherwerb und bürokratische Vorgaben.
© dpa, Jörg Carstensen

Die Bundesagentur für Arbeit kalkuliert nach seinen Angaben 2016 mit 350.000 Flüchtlingen, die auf die staatliche Grundsicherung, also Hartz IV, angewiesen sein werden. Die Kinder, die jetzt hier in in die Schule kommen, hätten gute Perspektiven, die Fachkräfte von übermorgen zu werden. "Wer unter 35 ist, hat gute Chancen, sich für eine Arbeit zu qualifizieren. Für Menschen, die deutlich über 40 sind, wird es schwierig", sagte Scheele.

Mit dem durchschnittlichen Arbeitnehmer in Deutschland könnten die Flüchtlinge in absehbarer Zeit nicht in Konkurrenz treten. "Dafür ist ihr Aufholweg viel zu lang." Scheele räumte aber ein, dass Flüchtlinge mit einheimischen Langzeitarbeitslosen um Jobs konkurrieren könnten. Das könne im Einzelfall so sein, wenn keine besondere Qualifikation gefragt sei. "Einheimische Arbeitslose haben vor allem den Sprachvorteil. Flüchtlinge punkten durch Motivation, ihr jugendliches Alter und ihre Zielstrebigkeit. Die Menschen sind ja nicht hier her gekommen, um in einem Zeltlager zu bleiben. Sie wollen doch vorankommen", sagte Scheele.