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Cybermobbing: Leverkusen-Torwart Niklas Lomb wird nach Patzer zum Opfer

Aktueller Fall zeigt, wie groß das Problem ist

Cyber-Mobbing im Fußball: Leverkusen-Keeper wird nach Patzer Opfer

Torwart macht Fehler und wird dafür wüst beschimpft

Erst am Donnerstag meldeten sich Fußball-Stars um Nationalspieler Toni Kroos mit einem dramatischen Video-Appell zu Wort . Die Kicker lasen (mehr im Video oben) teils erschütternde Hass-Kommentare aus den sozialen Medien vor, um auf das Phänomen Cyber-Mobbing aufmerksam zu machen. Wie groß das Problem ist, verdeutlicht nun der Fall Niklas Lomb. Der Torhüter von Bayer Leverkusen leistete sich in der Europa League einen Patzer und wird dafür fertiggemacht.

Sehen Sie den Patzer, um den es geht, hier im Video

Hass-Kommentare im Netz

Mit seinem Patzer hatte der 27-Jährige, eigentlich Ersatz-Torwart, die Niederlage gegen die Young Boys Bern erst eingeleitet . Sie bedeutete das bittere Aus in der Europa League.

Für viele Anhänger des Clubs war das offenbar Grund genug, in hämischen Sprüchen Dampf abzulassen. Eine Auswahl der Kommentare, die beispielsweise auf Instagram zu lesen sind:

"Lasst Lomb NIE wieder spielen. NIE wieder. Verschenken sollte man den. 2 riesiger Fehler, welcher zum Gegentor führt. Der Typ ist so grottenschlecht."

"Lomb soll Leverkusen verbot bekommen und aus der Stadt gejagt werden"

„Der sollte nicht mal Kreisklasse spielen dürfen.“

„Wäre mal zeit die Geschäftsstelle zu stürmen oder den Bus zu blockieren“

„Zieht einen aus der U9 hoch, malt dem in Barthaare an und stellt den ins tor-kommt aufs gleiche raus“

„Hat der lomb das halten bei stevie wonder gelernt?“ [Sic]

Aufmunternde Worte für Lomb liest man in den sozialen Medien hingegen kaum. Sollten echte Fans den Keeper nach seinem Fehler nicht viel lieber aufbauen? Den Teamgedanken leben? Hinter „ihrem“ Schlussmann stehen? Für einige offenbar zu viel verlangt.

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Cyber-Mobbing "kann jeden treffen"

Der Initiator der Aktion gegen Cyber-Mobbing, Berater Volker Struth von der Agentur Sports360, erklärt und warnt: "Das Thema ist zu einem gravierenden Problem unserer heutigen Gesellschaft geworden. Und es kann jeden treffen, ganz gleich aus welcher Gesellschaftsschicht er kommt, ob er arm oder reich ist, jung oder alt, männlich oder weiblich."