Ermittler schlagen in Traben-Trarbach an der Mosel zu

Cybercrime-Ermittler heben Darknet-Server in Ex-Nato-Bunker aus

Cybercrime
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27. September 2019 - 14:32 Uhr

Schlag gegen Kinderpornographie, Fälschungen und Drogenhandel

Traben-Trarbach, ein netter, beschaulicher Weinort an der Mosel. Und wohl auch Dreh- und Angelpunkt schmutziger Machenschaften im Internet: Im Kampf gegen Cyber-Verbrechen haben deutsche Ermittler einen großen Server-Anbieter für illegale Geschäfte im Darknet ausgehoben. Insgesamt 13 Täter stehen im Verdacht, als Betreiber eines Rechenzentrums in einem ehemaligen Nato-Bunker in der 6.000-Einwohner-Gemeinde viele Webseiten gehostet zu haben, über die international agierende Kriminelle ihre Machenschaften betrieben.

Sieben Verhaftungen nach jahrelangen Ermittlungen

Sieben Tatverdächtige wurden bei einer großen Aktion verhaftet, teilte die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz mit.  Zu den Verbrechen, die über die Server in Rheinland-Pfalz abliefen, gehörten der Vertrieb von Drogen, gefälschten Dokumenten und gestohlenen Daten. Zudem wurden Kinderpornografie verbreitet und großangelegte Hackerangriffe durchgeführt.

Kunden der Tatverdächtigen sollen unter anderem die Betreiber des weltweit zweitgrößten Darknet-Marktplatzes für Drogen, "Wall Street Market", gewesen sein. Diesen hatten Ermittler im Frühjahr zerschlagen. Auch der Angriff auf 1,25 Millionen Telekom-Router Ende November 2016 wurde laut Generalstaatsanwaltschaft über einen Server im Cyberbunker gesteuert.

Erstmals sei ein derartiger Hoster in Deutschland ausgehoben worden, so die Ermittler. Ein Webhoster stellt die Infrastruktur für eine Internetpräsenz zur Verfügung.

Bei der Zugriffsaktion mit Unterstützung von Spezialeinheiten wie der GSG9 habe es Durchsuchungen in Deutschland und im benachbarten Ausland gegeben. Sie sei Ergebnis von fast fünf Jahre langen Ermittlungen gewesen.