Cyber-Kriminalität: Hacker betreiben Schutzgeld-Erpressung im Internet

29. Juli 2012 - 20:45 Uhr

Hacker legen Server für Tage lahm

Der digitale Raum des 'World Wide Webs' kann in vielerlei Hinsicht den Menschen das Leben vereinfachen. Vieles läuft schneller, besser und schöner. Allerdings entdecken mittlerweile auch immer mehr Verbrecher die Möglichkeiten des Internets und nutzen es, um Attacken gegen Alles und Jeden zu starten. Die Anonymität im Netz schützt die Hacker, die zu immer dreisteren Mitteln greifen, um an Geld zu kommen. Die neusten Maschen in der Cyber-Kriminalität sind Schutzgeld-Erpressungen.

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Immer mehr Hacker betreiben Schutzgeld-Erpressungen im Internet.
© dpa, Frank Rumpenhorst

Das Opfer erhält zuvor einen Brief, indem der Erpresser eine bestimmte Summe Geld einfordert. Sollte der Empfänger den Betrag nicht überweisen, droht der Betrüger mit Trojaner-Attacken , die den Server des Opfers für Tage lahm legt. Bei Inhabern eines Onlineshops zum Beispiel können diese Hacker-Angriffe einen Schaden von bis zu 30.000 Euro pro Tag anrichten. Freundlicherweise weist der Täter noch darauf hin, dass wenn der gewünschte Geldbetrag überwiesen wird, die Angriffe gestoppt werden und dabei geholfen wird, sich gegen derartige Viren zu schützen.

Rechner werden ferngesteuert

Die digitalen Erpresser streuen Trojaner an nichtsahnende Computernutzer. Mit Hilfe dieser Viren haben sie dann die Möglichkeit, deren Rechner fernzusteuern, um so unzählige Mails an potentielle Opfer zu schicken. Durch die große Nachrichten-Flut wird schlussendlich der Server überlastet und bricht zusammen.

Viele Opfer zahlen, da sie keinen anderen Ausweg sehen, die Erpresser loszuwerden und um nicht auf ihrer Ware sitzen zu bleiben. Zudem ist die Verfolgung der Täter so gut wie unmöglich, da sie meist aus dem Ausland agieren und die unterschiedlichen Rechtsprechungen ein Einschreiten verkomplizieren.

Die Zahl der Erpressungs-Fälle ist seit 2010 angestiegen. Waren es zu Beginn nur vereinzelte Übergriffe, sind es mittlerweile bereits Angriffe im großen Stil, bei denen gleich eine große Menge an Servern befallen wird. IT-Experten gehen davon aus, dass in diesem Kriminalitäts-Sektor ein Umsatz von 120 bis 250 Milliarden US-Dollar jährlich erreicht wird. Interpol schätzt den jährlichen Schaden in Europa auf 750 Milliarden Euro.