CSU wirbt mit Plakaten gegen kritische Kampagne "#ausgehetzt"

22. Juli 2018 - 18:01 Uhr

Partei greift Kundgebung für Toleranz und Demokratie an

Mehrere zehntausend Menschen sind am Sonntag in München gegen einen Rechtsruck in der Gesellschaft auf die Straße gegangen. Doch die CSU ist eher mäßig begeistert von der Kampagne "#ausgehetzt" und ging schon in den Tagen vor der Demonstration zum Gegenangriff über. "JA zum politischen Anstand, NEIN zu #ausgehetzt" hieß es auf Plakaten und im Internet. Jetzt steht das Demokratieverständnis der Partei in der Kritik.

CSU wollte Theatern die Teilnahme an "#ausgehetzt" verbieten

Abschlusskundgebung auf dem Königsplatz
Alles andere als zufrieden mit der CSU: Demonstranten bei der Abschlusskundgebung auf dem Königsplatz.
© imago/Overstreet, imago stock&people

In den sozialen Netzwerken hagelte es Spott für die CSU und ihre "Gegenkampagne". Dabei war es nicht das erste Mal, dass die Partei für ihre Angriffe auf "#ausgehetzt" kritisiert wurde. Vergangene Woche wollte die Münchner Stadtrats-CSU den Kammerspielen und dem Volkstheater die Teilnahme an der Kundgebung verbieten – vergeblich. Die Partei argumentierte, die Theater würden ihre Neutralitätspflicht verletzen.

Hinter "#ausgehetzt" stehen zahlreiche Organisationen, Gewerkschaften, kirchliche Gruppen und Künstler. Sie kritisieren eine Verrohung im politischen und gesellschaftlichen Diskurs. 130 Gruppen unterstützen die Aktion, die Demonstration am Sonntag war die Hauptveranstaltung. Die Veranstalter sprachen von bis zu 50.000 Teilnehmern. Die Initiatoren von "#ausgehetzt" werfen CSU-Chef Horst Seehofer, Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder und CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt eine "verantwortungslose Politik der Spaltung" vor. Nicht nur die AfD sei für den "Rechtsruck" in der Gesellschaft verantwortlich.