CSU-Politiker Manfred Weber fordert "finale Lösung der Flüchtlingsfrage" und tritt Nazi-Debatte los

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6. Januar 2018 - 17:48 Uhr

Zitat erinnert an Nazi-Formulierung

Der Europapolitiker Manfred Weber (CSU) hat mit einer Äußerung für Wirbel gesorgt. In seiner Rede auf der Klausurtagung der CSU in Seeon irritierte er mit dem Satz: "Im Jahr 2018 ist das zentrale europäische Thema die finale Lösung der Flüchtlingsfrage." Mit dieser Formulierung erinnerte er stark an die während der NS-Zeit propagierte "Endlösung der Judenfrage".

"Die absichtliche Missinterpretation meiner Aussage hier ist völliger Unsinn"

In der umstrittenen Rede forderte der CSU-Politiker außerdem, man brauche gesetzgeberische Antworten auf europäischer Ebene. Nur so ließen sich dauerhafte Grenzkontrollen vermeiden.

Für Manfred Weber hagelte es massive Kritik, nachdem der Bayerische Rundfunk sein Zitat veröffentlicht hatte. Der Politiker wies jedoch alle Vorwürfe von sich. "In aller Klarheit: Die absichtliche Missinterpretation meiner Aussage hier ist völliger Unsinn und nicht im geringsten von mir beabsichtigt", antwortete er einem User, der ihm "widerlichsten Nazi-Jargon" vorgeworfen hatte. Es gehe ihm genau um das Gegenteil, nämlich um "eine gemeinsame europäische Lösung im Sinne der Hilfe für Menschen in Not", twitterte Weber.

Manfred Weber entschuldigt sich für "missglückte Wortwahl"

Später entschuldigte sich der Vorsitzende der EVP-Fraktion im Europaparlament für seine "missglückte Wortwahl", in der Sache bleibe er aber dabei. Und forderte diesmal eine "europäische Antwort auf die Flüchtlingsherausforderung".