Tweet mit Grafik inzwischen gelöscht

CSU fordert Respekt - und benutzt Black-Lives-Matter-Faust als Randale-Symbol

Creative Highlights Symbolfotos Teen boy painting Black Lives Matter symbol on a protest sign. Kingston, ON, Canada PUBL
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23. Juli 2020 - 16:08 Uhr

CSU für Social-Media-Posting in der Kritik

Eine schwarze, in die Hohe gestreckte Faust – das Symbol für die Bewegung Black Lives Matter. Die CSU hat das Logo auf ihrem offiziellen Twitter-Account auf den Kopf gestellt und auf einer Deutschland-Karte als Markierung für Orte genutzt, die wegen Randale durch Jugendliche in den Schlagzeilen waren. Aus Stuttgart und Frankfurt wurde schnell bekannt, dass auch junge Menschen mit Migrationshintergrund beteiligt waren. Die CSU fordert in ihrem Posting Respekt für die Polizei – und lässt selbigen Schwarzen gegenüber vermissen.

Tweet mit Deutschland-Karte inzwischen gelöscht

Das Posting, das am Montag hochgeladen wurde, ist inzwischen gelöscht. "Der Post war in mehrfacher Hinsicht missverständlich, daher haben wir ihn gelöscht. Wir bedauern die Missverständnisse", erklärte ein Sprecher der CSU auf RTL-Anfrage. Die Faust in der Grafik sollte keine Anspielung auf ein Symbol sein, hieß es in dem Statement weiter. "Wir haben keinerlei Schuldzuweisungen betrieben, sondern Respekt für unsere Polizistinnen und Polizisten eingefordert."

Im gelöschten Tweet las sich das so: "Erst Stuttgart, jetzt Frankfurt: Die Gewalt gegen Polizisten nimmt erschreckende Ausmaße an. Wir fordern eine umfassende Aufarbeitung der Randale", schrieb die CSU zu der Grafik. "Schlecht versteckter Rassismus" und "schlicht widerwärtig" nannten Twitter-User die umgekehrte Black-Lives-Matter-Faust als Symbol für Gewalt gegen Polizei. Das Satire-Portal "Der Postillon" archivierte nicht nur die Grafik – wie viele andere bei Twitter. Die Satiriker hielten der CSU einen Spiegel vor und markierten auf einer Deutschland-Karte mit dem Logo der CSU Orte, an denen Menschen nach Polizeigewalt starben.

Die Antwort des "Postillon" auf den gelöschten CSU-Tweet stand am Donnerstagnachmittag bei über 1.000 Retweets und knapp 7.000 Likes. Auf dem von der CSU mit der Grafik beworbenen Portal "Respekt-jetzt" hatten sich zum gleichen Zeitpunkt 3.500 Menschen als Unterstützer registriert.

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