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CSI: Cyber - "Oscar"-Preisträgerin Patricia Arquette im Interview

CSI: Cyber - "Oscar"-Preisträgerin Patricia Arquette im Interview

"CSI: Cyber"-Darstellerin Patricia Arquette
Für "CSI: Cyber"-Star Patricia Arquette ist das Internet zu einem wesentlichen Bestandteil ihres Lebens geworden.
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Die Oscar-Preisträgerin spricht über ihre neue Serie

"Oscar"-Preisträgerin Patricia Arquette spielt in der neuen CSI-Serie "CSI: Cyber" die Leiterin der Cyber Crime Division. Ihr Team ermittelt in den Tiefen des Internets, wo das Verbrechen nur einen Mausklick entfernt ist und im schlimmsten Fall sogar weltweite Krisen auslösen kann. Im Interview spricht sie über ihre neue Serie und wie die technische Entwicklung sie selbst und die Welt verändert hat.

Haben Sie durch Ihre Arbeit für die Serie "CSI: Cyber" irgendetwas über Technik gelernt?

Patricia Arquette: "Es ist wirklich erschreckend. Bei jedem Drehbuch, das ich bekam, dachte ich immer nur: Was?! Das Thema ist mittlerweile ein so wesentlicher Bestandteil unseres Lebens und wird immer mehr an Bedeutung gewinnen. Es ist beängstigend und aufschlussreich zugleich, zu lernen, wozu Kriminelle heutzutage fähig sind."

Hat Sie das dazu veranlasst, Technik heute anders zu nutzen?

"Es hat definitiv meine Sichtweise auf die Dinge geändert. Ich war nie eine besonders technikversierte Person. Aber eine Sache, auf die man zum Beispiel achten kann ist, seine Emails mittels einer sog. Zwei-Stufen-Autorisierung zu sichern. Das ist schon mal ein guter Anfang."

Wie denken Sie darüber, dass Hillary Clinton ihren privaten Email-Account während ihrer Amtszeit als US-Außenministerin geschäftlich nutze?

"Ich habe ein bisschen darüber gelesen, aber ich habe nicht im Zusammenhang mit 'CSI: Cyber' darüber nachgedacht. Es geht doch immer darum: Wo bist du am verwundbarsten? Wen haben sie höchstwahrscheinlich zum Ziel? Ich meine, wir haben andere Regierungen ausspioniert, also wüsste ich keine totsichere Methode, die dich gegen Angriffe dieser Art schützt."

Es macht den Anschein, als hätten diese Fragen nach den Enthüllungen von Edward Snowden noch mehr an Bedeutung gewonnen.

"Definitiv. Ich wüsste gar nicht, wie man das verhindern sollte, selbst wenn man wollte. Das sind revolutionäre Informationen. Und das ist die Art und Weise, wie wir heute kommunizieren. Wir haben alle Mobiltelefone und es ist großartig, in der Stadt unterwegs zu sein und gleichzeitig kommunizieren zu können. Aber man hinterlässt eben Spuren. Wenn man sich vor Augen hält, wie Kriminelle diese Schwachstelle in unserem System ausnutzen, ist das ganz schön gruselig."

Patricia Arquette: "Es ist wie im Wilden Westen"

Ihre Oscar-Rede, in der es um die Gleichberechtigung ging, hat Ihnen viel Kritik eingebracht. Hat sie das gewundert?

"Ja, das hat es. Ich glaube, die Leute haben nicht wirklich verstanden, was ich damit genau meinte. Diskriminierung ist eine Sache, die Frauen in ganz Amerika betrifft. Diskriminierung beeinflusst ein ganzes Leben, vor allem ihre Auswirkungen!"

Verspüren Sie Druck – sei es von Ihnen ausgehend oder von außen – vorsichtiger zu sein, jetzt wo sie bei einer großen US-Produktion verpflichten sind, die bei einem großen US-Sender ausgestrahlt wird?

"Es gibt Leute, die deswegen verunsichert wären und ihre Meinung vielleicht nicht äußern. So denke ich aber nicht. Ich habe nicht das Gefühl, jemand zu sein, der gehemmt ist, er selbst zu sein – eine amerikanische Person mit Freiheit. Und es war nicht meine Idee, eine Frau mittleren Alters als Hauptfigur in einer CSI-Serie zu haben. Die kam von CBS, es war deren Konzept. Es war vorausdenkend, sehr interessant und aufregend, in einem der weltweit größten Franchises eine weibliche Hauptrolle und junge Menschen drum herum zu haben, die nochmal ihre ganz eigene Energie mitbringen."

Viele Leute waren überrascht, dass Sie, die den wichtigsten Filmpreis gewonnen hat, zum Fernsehen gewechselt sind – ungeachtet dessen, das die Produktion bereits in vollem Gange war, bevor "Boyhood" so groß eingeschlagen ist. Was machen Sie aus dieser TV/Film-Kluft?

"Ich bin wirklich stoffgetrieben. Und dieser Stoff ist in meinen Augen eben sehr interessant. Ich bin eine Amerikanerin, die in der heutigen Zeit lebt. Ich sehe selbst mit an, wie sehr die Technik unser Leben bestimmt und wie gefährlich sie sein kann. Das ist aufschlussreich, interessant und schockierend zugleich für mich. Es ist wie im Wilden Westen."

Wie ist es, mit deinen Kollegen (James Van Der Beek, Shad Moss, alias Bow Wow) zusammen zu arbeiten? Und wie fühlt es sich an, die Hauptrolle angeboten zu bekommen, in dem Wissen, dass die Filmindustrie für Schauspielerinnen über 40 sehr hart sein kann?

"Meine Kollegen sind so gut! Ich war richtig aufgeregt, als wir das erste Mal zusammen gearbeitet haben. Sie sind wirklich unglaublich talentiert. Wir haben zusammen so viel Energie und sie sind obendrauf total zuverlässig.

Was die zweite Frage betrifft: Ich habe mich sehr darüber gefreut. An einem globalen Franchise wie diesem mitzuarbeiten und die weibliche Hauptrolle zu spielen, ist so toll."

Ist das Tempo schwierig? Sie haben vier Jahre lang kein Fernsehen gemacht und beim Film hat man tendenziell nachsichtigere Zeitpläne.

"Wir haben ein starkes Team bei dieser Show, sie leisten wirklich Schwerstarbeit. Es ist nicht so hart wie in 'Medium', wo ich in jeder Szene abgesehen von den Verbrechen dabei war. Ich weiß diese Erfahrung einfach nur zu schätzen und bin unglaublich dankbar dafür – ebenso wie für die anderen Schauspieler, mit denen ich zusammenarbeite. Es ist ewig her, dass ich 'Medium' gemacht habe, weil ich die anderen Rollen, die ich angeboten bekam, nicht mochte. Die waren langweilig: Die gute Hausfrau, die den ganzen Tag auf ihren Mann wartet, oder die nervige Frau, die ihren Mann damit verscheucht."

Quelle: Time Magazin online (März 2015), Autor: Daniel D‘Addario