Crystal Meth: Volker Beck fällt nicht als erster Politiker mit der Droge auf

"Wenn man eine gewisse Position in der Politik erreicht hat, möchte man die auch nicht mehr aufgeben"

Der Medienrummel um den Grünen-Politiker Volker Beck kommt für seine Partei zu einem sehr schlechten Zeitpunkt. Nachdem bekannt wurde, dass die Polizei Drogen im Besitz des Bundestagsabgeordneten gefunden hat - laut 'Bild'-Zeitung soll es sich um die synthetische Droge Crystal Meth handeln - äußern sich viele Parteikollegen kritisch. Doch Beck ist nicht der erste Politiker, der in Zusammenhang mit den harten Drogen auffällt.

"Wenn man eine gewisse Position in der Politik erreicht hat, möchte man die auch nicht mehr aufgeben", sagt RTL-Korrespondentin Heike Boese in Berlin. "Und der eine oder andere, wie man jetzt im Fall von Volker Beck oder Michael Hartmann gesehen hat, greift dann zu Drogen. Was nicht entschuldbar, aber vielleicht erklärbar ist", so Boese. Auch der SPD-Bundestagsabgeordnete Hartmann war im Juli 2014 von seinen Ämtern zurückgetreten, nachdem Crystal Meth bei ihm gefunden wurde.

Becks Grünen-Kollegin Renate Künast spielt den Vorfall des Abgeordneten, der alle Ämter niedergelegt hat, lieber runter. "Schauen wir mal, um was es da eigentlich genau geht", sagte Künast. Es sei aber keine schöne Sache.

Immer wieder gibt es Wirbel, weil viele Parteiangehörige einen liberalen Umgang mit Drogen befürworten. Allerdings geht es dabei meist um die langjährige Forderung der Grünen nach einer Legalisierung von Cannabis. Zuletzt waren Bilder von Parteichef Cem Özdemir aufgetaucht, die ihn auf seinem Balkon zeigen. Im Hintergrund war eine Hanfpflanze zu sehen. Laut Özdemir war das Foto als "sanftes, politisches Statement" gedacht.

Laut Umfragen müssen sich die Grünen keine allzu großen Sorgen machen, dass der Drogenfund sie kostbare Wählerstimmen kosten könnte. "Es ist wohl eher die Flüchtlingskrise, die diese Wahl massiv beeinflussen wird", sagte Peter Matuschek vom Umfrageinstitut 'Forsa'.

Illegale Drogen sind in der Mitte der Gesellschaft angekommen

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Bei einer Polizeikontrolle wurde der Bundestagsabgeordnete Volker Beck mit einer verdächtigen Substanz erwischt.
imago/Metodi Popow, imago stock&people

Illegale Drogen sind ein wachsendes Problem, das in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Laut dem gerade veröffentlichten Drogenbericht der UN hat jeder vierte EU-Bürger bereits einmal oder auch mehrfach illegale Substanzen ausprobiert. Auch in Deutschland haben rund 25 Prozent der erwachsenen Bevölkerung Erfahrungen mit illegalen Drogen gemacht, wie die auf der Internetseite der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Marlene Mortler, nachzulesen ist. Am häufigsten konsumieren die Deutschen Cannabis, mit weitem Abstand folgen Kokain, Ecstasy und aufputschende Amphetamine.

In den letzten Jahren ist jedoch auch der Konsum der synthetischen Droge Crystal Meth stark gestiegen, vor allem in der Grenzregion zu Tschechien. Die Bundesregierung hält diese Entwicklung für „beunruhigend“. Trotzdem hält Mortler einen „Krieg gegen die Drogen“ für den falschen Weg. Im Vordergrund müssten Gesundheit und Wohlergehen der Menschen stehen. Auch Jugendliche, die mal mit kleinen Mengen Drogen erwischt werden, sollten nicht gleich kriminalisiert werden.

Rauschgift ist heute so leicht zu beschaffen wie nie. Internet und soziale Medien sind zu wichtigen Instrumenten der Vermarktung von Drogen geworden, so die UN. 2013 und 2014 seien allein in der EU mehr als 600 Webseiten aufgetaucht, über die neue bewusstseinsverändernde Substanzen angeboten würden.