Georgina Rodriguez und Cristiano Ronaldo trauern um Sohn

Wie können Eltern den Tod ihres Kindes verarbeiten?

Cristiano Ronaldo und seine Frau trauern um Sohn Kurz nach Zwillingsgeburt
00:55 min
Kurz nach Zwillingsgeburt
Cristiano Ronaldo und seine Frau trauern um Sohn

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von Diana Heuschkel

Große Trauer bei Georgina Rodriguez und Cristiano Ronaldo. Der Star-Fußballer und seine Partnerin haben eines ihrer Zwillingskinder verloren. Ihr Sohn sei nach der Geburt gestorben, dem Zwillingsmädchen gehe es jedoch gut, schreibt Ronaldo auf Instagram. Was kann trauernden Eltern dabei helfen, einen so grausamen Schicksalsschlag zu verarbeiten?

Vor der Trauerverarbeitung kommt das Abschiednehmen

In der frühen Phase nach dem Versterben eines Kindes sei erst einmal noch gar nicht an ein Verarbeiten des Schmerzes zu denken, sagt uns Kathrin Schreier, Geschäftsführerin des Bundesverbandes Verwaiste Eltern und trauernde Geschwister in Deutschland e.V. (VEID), der trauernde Familien nach dem Tod von Kindern allen Alters unterstützt. Zunächst gehe es ums Abschiednehmen. „Da ist die Familie ganz gut aufgestellt, wenn sie das jetzt sehr bewusst erleben darf. Wenn sie Möglichkeiten bekommt, ihr Baby auch nochmal bei sich zu haben und es auf diese Weise auch noch mal so gut wie möglich kennenzulernen“, sagt Schreier. Auch gemeinsame Fotos mit dem Kind könnten dabei helfen. „Diesen Schatz, den man jetzt schaffen kann, zu dieser Zeit, das kann man nie wieder nachholen. Je bewusster und intensiver man diese Zeit erlebt und gestaltet, umso besser ist die Chance, danach gut weitergehen zu können“, rät die Trauer-Expertin im Gespräch mit RTL.

Nach dem Abschied könnten besondere Rituale dabei helfen, die Trauer zuzulassen und zu verarbeiten, erzählt uns Familienberaterin Ruth Marquardt. Etwa, dem Kind Briefe zu schreiben oder ein besonderes Lied zu hören, das man mit ihm verbindet. Manchen Eltern könne es auch helfen, eine symbolische Erinnerung zu erschaffen, die sie im Alltag begleitet – zum Beispiel in Form eines Baumes, den man im Garten pflanzt. So etwas gebe trauernden Eltern immer wieder die Möglichkeit, über ihr Kind zu sprechen und die Trauer in ihren Alltag zu integrieren, so Marquardt.

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Trauernde Eltern unterstützen - indem man Trauer aushält

Wie kann man trauernde Eltern nach so einem Schicksalsschlag am besten unterstützen? Genau wie alle Expertinnen, mit denen wir gesprochen haben, rät auch die Lebens- und Trauerbegleiterin Christine Kempkes davon ab, den trauernden Eltern vermeintlich gut gemeinte Ratschläge zu erteilen: „Das Wichtigste ist, die Trauer der Eltern zu würdigen und nicht mit Floskeln klein zu reden, wie zum Beispiel ‘Seid froh, dass noch ein Kind lebt’ oder ‘Kopf hoch, ihr müsst jetzt stark sein für euer lebendes Kind’“. Ganz praktische Hilfe in den ersten Wochen könne sein, Essen vorbeizubringen, eine Begleitung beim Spaziergang zu sein oder als Gesprächspartner bereitzustehen. „Es braucht nicht viele Worte! Da sein ist das Wichtigste“, betont Kempkes.

Für Angehörige sei es oft schwierig, die Trauer und Tränen der Eltern auszuhalten – doch genau das sei jetzt der richtige Weg, sagt Kathrin Schreier: „Nicht das Thema wegreden und in der Annahme sein, dass man die Eltern schont, wenn man über etwas anderes spricht. Die können sowieso an nichts anderes mehr denken.“

Wichtig sei zudem, zu akzeptieren, wenn Trauernde erst einmal für sich bleiben möchten, rät Familienberaterin Ruth Marquardt. "Nicht proaktiv werden und irgendetwas auf Verdacht hin machen, sondern respektieren, dass es da jetzt Raum und Zeit braucht."

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Jeder trauert auf seine Weise

„Viele Eltern schweißt eine solche Erfahrung noch mehr zusammen. Gemeinsam trauern und gemeinsam für das lebende Kind sorgen hilft, den Weg ins Leben zu finden“, sagt Trauerbegleiterin Christine Kempkes. Dabei gelte es jedoch zu respektieren, dass beide Eltern durchaus unterschiedlich trauern.

„Das gefährlichste in einer Partnerschaft ist, wenn einer dem anderen vorwirft, dass er nicht den richtigen Weg geht“, stimmt auch VEID-Geschäftsführerin Kathrin Schreier zu. „So extrem der eine vielleicht auf der Suche nach Gesprächspartnern ist, so sehr igelt der andere sich vielleicht ein. Und das ist beides in Ordnung.“ Die große Kunst dabei sei, den anderen seinen Weg gehen zu lassen.

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