"CovPass"-App & Co statt gelbes Impfbuch

Hier gibt's den digitalen Corona-Impfnachweis

14. Juni 2021 - 10:58 Uhr

"CovPass" in App-Stores erhältlich

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat am Donnerstag den Startschuss für den digitalen europäischen Impfpass gegeben. Mit dem digitalen Impfpass sollen Nutzer leichter nachweisen können, dass sie bereits ausreichend gegen Corona geimpft sind. Das soll vor allem das Verreisen innerhalb von Europa vereinfachen, aber auch den Besuch von Konzerten oder sonstigen Veranstaltungen. Der digitale Impfpass kann ab sofort in der neuen App "CovPass", in der offiziellen Corona-Warn-App und ab Mittwoch in der Luca-App angezeigt werden. Im Video zeigt RTL-Reporter Maurice Gadja, wie der digitale Impfpass in einer Apotheke ausgestellt werden kann.

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Apotheker übertragen gelbes Impfbuch über QR-Code in App

Wer für seine vollständige Corona-Impfung nachträglich einen digitalen Nachweis braucht, für den sind derzeit die Apotheken die erste Anlaufstelle. Benötigt werden vor Ort das gelbe Impfbuch und der Personalausweis. Die Apotheker übertragen die Daten aus dem gelben Impfbuch und stellen ein digitales Impfzertifikat mit QR-Code aus. Die Überprüfung und das Ausstellen des Impfzertifikats kosten 18 Euro. Der Geimpfte kann den QR-Code dann über die App seine Wahl auslesen lassen und erhält damit den digitalen Impfausweis. Wie das genau funktioniert, zeigt Apotheker Stephan Torke im Video.

Zum Start am Montag den 14. Juni sind noch nicht alle Apotheken technisch in der Lage, ein digitales Impfzertifikat auszustellen. Welche Apotheken in Ihrer Nähe das bereits können, finden Sie über www.mein-apothekenmanager.de heraus.

Viele niedergelassenen Haus- und Fachärzte brauchen übrigens noch etwas Zeit, um digitale Impfnachweise ausstellen zu können. So erhalten in Bremen die ersten Arztpraxen erst ab Mittwoch die technische Möglichkeit. Auch ist noch unklar, inwieweit die Impfzentren digitale Impfzertifikate nachträglich ausstellen. So erhalten in Nordrhein-Westfalen alle Bürger, die in einem Impfzentrum geimpft wurden, einen QR-Code automatisch bis Ende Juni per Post zugeschickt. In Thüringen werden Impfpässe nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung nachträglich nicht in Impfzentren und Impfstellen ausgestellt, weil der Aufwand nicht zu bewältigen sei. Impfnachweise können stattdessen online angefordert werden.

Apotheker trauen sich Fälschungskontrolle zu

In der Debatte um Fehler oder Fälschungen beim nachträglichen Übertrag einer Impfung vom gelben Impfbuch in den digitalen Pass hatten Apothekerverbände im Vorfeld versichert, die Kontrolle gewährleisten zu können. "Apotheker sind Arzneimittelexperten und Impfstoffe sind auch Arzneimittel", sagte Apothekenverbandssprecher Christian Splett. "Jede Apotheke muss jeden Tag hundert oder mehr Rezepte auf ihre Echtheit prüfen. Apotheker trauen sich daher zu, auch Impfausweise zu prüfen."

Betrügern drohen nach Angaben des Gesundheitsministeriums außerdem saftige Strafen: Den Verwendern eines gefälschten Impfausweises blüht demnach Freiheitsentzug von bis zu einem Jahr oder eine Geldstrafe. Den Erstellern drohen zwei Jahre im Gefängnis oder eine Geldstrafe. "Ich kann immer nur sagen, am Ende betrügt man sich selbst", stellte Spahn fest.

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Digitale Impfnachweis auch in der Corona-Warn-App, ab Mittwoch in der Luca-App

Der digitale Impfnachweis in Deutschland kann neben der EU-weit anerkannten App "CovPass" auch in der offiziellen Corona-Warn-App des Robert Koch-Instituts angezeigt werden. Die Macher der Tracing-App veröffentlichten in der Nacht zum Mittwoch die aktuelle Version 2.3.2 in den App-Stores von Apple und Google. Und vom kommenden Mittwoch an soll er auch in der Luca-App angezeigt werden können. (dpa/aze/ija)

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