Corona in Flüchtlingslagern

Unionspolitiker fordern von der Leyen zu schnellerem Handeln auf

07. April 2020 - 12:23 Uhr

Situation besonders für Kinder prekär

Die Lage in den Flüchtlingslagern Griechenlands ist katastrophal. Im Camp Moria leben 20.000 Geflüchtete auf engesem Raum. Ein Ausbruch des Coronavirus wäre eine Katastrophe. Das könnte die prekären Zustände in Moria und anderen Unterkünften noch weiter verschärfen. Vor allem für Kinder ist die Situation ohnehin schon verherrend. Deshalb fordern Abgeordnete der Union EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf, Kinder aus den überlasteten Lagern zu holen und sie in andere EU-Staaten zu bringen.

Auch Kölner Promis appellieren in einer Video-Botschaft an ihre Oberbürgermeisterin - und wollen die Stadt Köln zu einem sicheren Hafen für Geflüchtete machen, wie unser Video zeigt.

Erste Transporte in dieser Woche

Die dramatische Lage in den Flüchtlingslagern in Griechenland dürfe Europa nicht unberührt lassen, schreiben die rund 50 Politiker: "Viele Kinder leiden unter Traumata aufgrund ihrer Kriegserfahrungen und den Zuständen in den Hotspots. Diese Situation ist inakzeptabel für uns Europäer."

Acht EU-Staaten hatten sich für die Aufnahme von Geflüchteten grundsätzlich bereit erklärt - darunter auch Deutschland. Die Corona-Krise erschwert zur Zeit aber die Aktion. Von der Leyen sagte am Freitag im ZDF jedoch: "Die ersten werden nächste Woche wahrscheinlich nach Luxemburg gehen." Auch die SPD-Vorsitzende Saskia Esken sieht die Bundesrepublik gewappnet: "In Deutschland ist alles soweit vorbereitet, so dass wir ebenso wie Luxemburg in dieser Woche mit einem ersten Transport beginnen sollten." Der Kolationsauschuss hatte im März beschlossen, 1.000 bis 1.500 Kinder nach Deutschland zu holen. Es handelt sich um Kinder, die schwer erkrankt oder unbegleitet und jünger als 14 Jahre sind.

Alle Entwicklungen zur Corona-Krise gibt es in unserem Liveticker

Prominente fordern Kölns Oberbürgermeisterin zum Handeln auf

Viele prominente Kölner richteten derweil eine Video-Botschaft an ihre Oberbürgermeisterin Henriecke Recker. Die Domstadt solle in Coronazeiten ein sicherer Hafen für Geflüchtete werden. Unter den Promis: Annenmaykantereit-Sänger Henning May, Comedian Luke Mockridge oder Rapper Eko Fresh. Die emotionale Botschaft gibt es bei uns im Video.

Welcher Weg führt am schnellsten Aus der Krise? Wie können wir das Corona-Virus bekämpfen? Damit beschäftigt sich der zweite Teil der TV NOW-Dokumentation "Stunde Null – Wettlauf mit dem Virus".