Rechte Szene macht sich breit

Cottbus - Das neue Mekka der Rechtsextremen

In Cottbus protestieren die Menschen gegen die Flüchtlingspolitik.
In Cottbus protestieren die Menschen gegen die Flüchtlingspolitik.
© picture alliance/dpa, Alexey Vitvitsky

01. Februar 2019 - 15:57 Uhr

Von Michael Ortmann

Es gibt sie, die bundesweiten Hotspots der Rechtsextremen: Cottbus, Chemnitz, Dresden und Dortmund. In diesen Städten wird marschiert, geprügelt und gehetzt.

Immer öfter drängt sich aber Cottbus in den rechtsextremen Vordergrund. Und am besten lässt sich das rund um den Fußball – Drittligisten FC Energie Cottbus beobachten.

Verfassungsschutz bezeichnet Cottbus als "toxisches Gebilde"

Lange Zeit sorgte vor allem ein Fanclub für Aufsehen: Inferno Cottbus 1999. Die rechtsextreme Vereinigung löste sich aber 2017 auf, um einer möglichen Strafverfolgung zuvorzukommen. Zu extrem, zu radikal, zu gewalttätig sei sie, so die Verfassungsschutz.

Der Name ist zwar verschwunden, das Programm und die Personen sind jedoch geblieben. Und aus Sicht des Brandenburger Verfassungsschutzes ist Cottbus gar ein "toxisches Gebilde", wie der rbb berichtet.

Neonazis, Hooligans, Rocker und Türsteher haben sich zu einer schlagkräftigen Truppe vereint. Rund um den FC Energie Cottbus toben sie sich inzwischen nach Belieben aus.

Normale Fans sind beim FC Energie Cottbus nicht geduldet

Vor allem die Nordtribüne ist ihr Revier. Hier kontrollieren sie wer rein darf und wer am besten schnell wieder verschwindet. Normale Fans sind nicht geduldet, verirrt sich dennoch einer in den radikalen Block, dann wird er solange bedrängt und bedroht, bis er sich das Fußballspiel dann doch lieber woanders anschaut.

Ihr Ziel ist ein rechtsextremes Bollwerk rund um Fußballverein Energie Cottbus. Frei von Ausländern, Juden, Linken, Polizisten und Fans anderer Mannschaften. Und wer sich gegen Rechtsextreme äußert, der wird massiv eingeschüchtert.

Zwar hat sich die Lage im Bereich rechter Gewaltkriminalität bundesweit etwas entschärft, so Generalbundesanwalt Peter Frank. Doch verschwunden ist die Gewaltbereitschaft noch lange nicht. Erst recht nicht in Cottbus.