Costa: Neues Video von der Havarie aufgetaucht

13. Januar 2013 - 9:36 Uhr

Aufnahmen zeigen überforderten Kapitän

Vier Wochen ist es her, als das Kreuzfahrtschiff 'Costa Concordia' vor der italienischen Insel Giglio auf einen Felsen fuhr. 17 Todesopfer wurden geborgen, 15 Passagiere werden noch vermisst. Jetzt sind neue Video-Aufnahmen aufgetaucht: Sie zeigen erstmals die Situation auf der Kommandobrücke während des Unglücks.

Neue Videoaufnahmen zeigen, wie Passagiere auf eigene Faust in Rettungsboote steigen.
Neue Videoaufnahmen zeigen, wie Passagiere auf eigene Faust in Rettungsboote steigen, um sich in Sicherheit zu bringen.

"Die Passagiere besteigen die Rettungsboote auf eigene Faust", ist in dem Film zu hören. "In Ordnung", antwortet eine gelassen klingende Stimme, die der italienische Fernsehsender TG5 Kapitän Francesco Schettino zuordnet. Der Dialog sei anscheinend fast eine Stunde, nachdem das Schiff auf Grund gelaufen war, aufgezeichnet worden. Auf dem Video sind auch Passagiere zu sehen, die um ihr Leben kämpfen, sich in Rettungsboote abseilen.

Video wird für Ermittlungen herangezogen

Die Staatsanwaltschaft wolle das bei schwachem Licht entstandene Video nun für die Ermittlungen heranziehen, hieß es am Samstag. Es könne dabei helfen, mehr über das Verhalten der Besatzung und des Kapitäns nach dem Unglück zu erfahren. So sei zu sehen, wie Mitglieder der Crew auf der Kommandobrücke unentschlossen auf und ab gingen, während sie darüber rätselten, was zu tun sei.

Die 'Costa Concordia' war am 13. Januar mit mehr als 4.200 Menschen an Bord vor der italienischen Insel Giglio auf einen Felsen gefahren und gekentert. Unter den 15 Vermissten befinden sich auch sechs Deutsche. Kapitän Schettino steht unter Hausarrest. Dem 52-Jährigen werden unter anderem mehrfache fahrlässige Tötung und Verlassen des Schiffes während der nächtlichen Evakuierung vorgeworfen.