'Costa Concordia'-Kapitän Schettino zu 16 Jahren Haft verurteilt

Francesco Schettino, auch 'Kapitän Feigling' genannt, wurde zu 16 Jahren Haft verurteilt.
Francesco Schettino, auch 'Kapitän Feigling' genannt, wurde zu 16 Jahren Haft verurteilt.
© dpa, ALBERTO PIZZOLI

11. Februar 2015 - 20:25 Uhr

Schettino fehlt bei Urteilsverkündung

Der Kapitän der 'Costa Concordia', Francesco Schettino, ist für das Schiffsunglück mit 32 Toten zu 16 Jahren Haft verurteilt worden. Das erklärte das Gericht im toskanischen Grosseto. Der Angeklagte fehlte bei der Urteilsverkündung. Laut seiner Anwälte habe er Fieber.

Schettino wurden unter anderem mehrfache fahrlässige Tötung und Körperverletzung vorgeworfen. Er soll das Kreuzfahrtschiff mit mehr als 4.200 Menschen vor drei Jahren aus Leichtsinn vor die Insel Giglio gesteuert haben, wo das Schiff kenterte. 32 Menschen starben, darunter zwölf Deutsche. Schettinos Anwälte hatten zuvor einen Freispruch gefordert, die Staatsanwaltschaft 26 Jahre und 3 Monate Haft.

Schettino, auch 'Kapitän Feigling' genannt, hatte sich nach dem Unglück zuerst selbst gerettet, bevor die Evakuierung abgeschlossen war. Er selbst hatte immer wieder betont, dass vor allem seine Crew an dem Unglück schuld gewesen sei. Schettino war der einzige Angeklagte in dem Mammutprozess und stand seit eineinhalb Jahren vor Gericht.

"Schettino hat falsche Entscheidungen getroffen"

Da das Urteil aber in erster Instanz gefallen ist, ist eine Berufung wahrscheinlich. Dann könnte Schettino bis zu einem endgültigen Schuldspruch zunächst auf freiem Fuß bleiben. Die Verteidigung hat einen Freispruch gefordert und ist der Meinung, dass Schettino nicht alleine verantwortlich gemacht werden könne. Aus Sicht der Anklage hätte Schettino mit einer sofortigen Evakuierung alle 4.200 Menschen an Bord retten können. "Schettino hat falsche Entscheidungen getroffen", sagte Ankläger Alessandro Leopizzi. Der Kapitän stehe zu Recht im Zentrum der Anklage.

"An diesem 13. Januar 2012 bin auch ich zum Teil gestorben", sagte der 54-Jährige in einer Erklärung vor dem Gericht, an deren Ende er in Tränen ausbrach. "Es ist schwierig, das ein Leben zu nennen, was ich lebe."