Coronavirus-Infizierte auf Schiff in Japan

Wie gefährlich sind Kreuzfahrten aktuell?

Auf der "Costa Smeralda" herrschte Ausnahmezustand: Eine Passagierin stand unter Verdacht, am Coronavirus erkrankt zu sein.
© dpa, Andrew Medichini, AP hen

05. Februar 2020 - 11:58 Uhr

RTL-Reiseexperte Ralf Benkö zur Ansteckungsgefahr auf Kreuzfahrtschiffen

Das Coronavirus auf einem Kreuzfahrtschiff - eine Ausnahmesituation für alle Passagiere und die Besatzung. Verbreitet sich ein Virus auf engem Raum schneller? Und sind Kreuzfahrten darum aktuell besonders gefährlich? RTL-Reiseexperte Ralf Benkö schätzt die Lage ein.

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Sind Kreuzfahrten aktuell besonders gefährlich?

"Von Gefahr zu sprechen bei einer Kreuzfahrt, da muss man vorsichtig sein, denn es wird ja auch viel dafür getan, dass man sicher ist an Bord. Es gibt ein Krankenhaus, es gibt Ärzte, es gibt Vorsichtsmaßnahmen", erklärt RTL-Reiseexperte Ralf Benkö.

Verbreiten sich Viren schneller auf Kreuzfahrtschiffen?

"Moderne Kreuzfahrtschiffe sind sehr groß. Da sind sehr, sehr viele Menschen an Bord und das zeigt sich ja nicht nur jetzt bei diesem Virus, sondern auch bei anderen Fällen, dass eine Ansteckung an Bord nicht nur möglich ist, sondern auch eine Ausbreitung", so Benkö.

"Das kann natürlich dazu führen, dass sich viele Passagiere anstecken und dass dann so eine Lage an Bord entsteht, dass auch Hygienemaßnahmen, eventuell auch Quarantäne ergriffen werden müssen. Das hat es auch zum Beispiel bei Magen-Darm-Erkrankungen immer wieder mal gegeben."

Warum ist der Coronavirus-Verdacht auf dem Kreuzfahrtschiff gefühlt so viel dramatischer?

Viruserkrankungen bei Passagieren sind grundsätzlich nichts Neues für Reedereien, erklärt Benkö. "Die Kreuzfahrt-Reedereien versuchen natürlich zu scannen, wer da an Bord geht. Da gibt es aber auch Unterschiede: Nicht auf jedem Schiff sind auch viele Passagiere aus China, weil man muss ja ganz klar feststellen: Passagiere, die aus China kommen, haben im Augenblick ein größeres Risiko, weil sie aus einem der Hauptansteckungsgebiete kommen. Die werden normalerweise natürlich am Flughafen gescannt und gescreent."

Das Problem beim Coronavirus: die lange Inkubationszeit. Auch wenn man zum Start der Reise noch ohne Symptome war, kann man das Virus schon übertragen und weitertragen, weiß Benkö. Das macht die Überprüfung für die Reedereien aktuell sehr schwer.