Rund 7.000 Menschen dürfen nicht an Land

Coronavirus-Verdacht: Was passiert mit den Passagieren an Bord des Kreuzfahrtschiffes?

Kreuzfahrtschiff "Costa Smeralda"
© dpa, Andrea Warnecke, pla tba

30. Januar 2020 - 15:34 Uhr

RTL-Reiseexperte Ralf Benkö schätzt die Lage ein

Insgesamt rund 7.000 Menschen sitzen aktuell an Board der "Costa Smeralda" im Hafen der italienischen Stadt Civitavecchia fest. Der Grund: Eine chinesische Touristin auf dem Kreuzfahrtschiff steht im Verdacht, am Coronavirus erkrankt zu sein. Deshalb ordneten die örtlichen Behörden an, dass zunächst keiner der Passagiere an Land gehen darf. RTL-Reiseexperte Ralf Benkö erklärt, was in einer solchen Situationen mit den Passagieren auf dem Schiff passiert.

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Zunächst gilt für alle Beteiligten "Abwarten"

Da die Ergebnisse des Virustests erst am Nachmittag vorliegen, gilt bis dahin laut Ralf Benkö leider zunächst für alle Beteiligten: Abwarten. "Jetzt wird erst einmal untersucht, ob es das Coronavirus ist oder eben nicht. Die betroffene Person ist isoliert und wird medizinisch versorgt, für die anderen Passagiere gibt es zunächst einmal keine Konsequenzen. Möglicherweise werden die Mitreisenden der Verdachtsperson in einen gesonderten Bereich des Schiffs gebracht und ebenfalls auf das Virus untersucht." Außerdem sei davon auszugehen, dass an Orten, an denen sich die im Verdacht stehende Person aufgehalten hat, gewisse Hygienemaßnahmen durchgeführt werden.

Das passiert, wenn sich der Coronavirus-Verdacht bestätigt

Bestätigt sich der Verdacht und die chinesische Touristin hat das Coronavirus, vermutet der Reiseexperte folgenen Ablauf an Bord:

  1. Es wird nach allen Personen gesucht, die in irgendeiner Weise mit der infizierten Person in Kontakt standen. Da dies auf einem Kreuzfahrtschiff nicht einfach ist, werden Anhaltspunkte wie der Schlafplatz oder das Restaurant, in dem die Betroffene gegessen hat, miteinbezogen. Dabei helfen die Kameras an Bord.

  2. Die Passagiere werden in zwei Gruppen eingeteilt. Zum einen die Personen, die auf jeden Fall mit der Infizierten in Kontakt standen und zum anderen die Personen, die nicht in direktem Kontakt standen.
  3. Die Passagiere, die mit der Infizierten in Kontakt standen, werden auch isoliert und untersucht. Die Übrigen müssen sich möglicherweise Schnelltests unterziehen und dürfen dann an Land.

Wie gefährlich Kreuzfahrten aktuell sind, erklärt Ralf Benkö hier.