Coronavirus hat auch Folgen für die Tierwelt

Leere Innenstädte: Tausende Tauben drohen zu verhungern

Der Deutsche Tierschutzbund befürchtet, dass tausende Tauben verhungern, da weniger Essensreste auf den Straßen landen.
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30. März 2020 - 13:27 Uhr

Ohne Menschen kaum noch Essen auf der Straße

Geschlossene Cafés, Kneipen und Restaurants, deutlich weniger Menschen auf den Straßen – die Maßnahmen der Bundesregierung gegen das Coronavirus haben nach Ansicht von Tierschützern auch drastische Folgen für Straßentauben. Der Deutsche Tierschutzbund befürchtet, dass tausende Tiere elend verhungern, da weniger Essensreste auf den Straßen landen.

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Tierschutzbund fordert kontrollierte Futterstellen für Tauben

"Die Menschen essen jetzt kaum noch in der Öffentlichkeit, also fallen auch kaum noch Krümel für die Tauben ab", sagt die Tiermedizinerin und Taubenschützerin Almut Malone. "Wo sich die Tauben hauptsächlich von Essensresten ernährt haben, bekomme ich mehr Meldungen von geschwächten und hungernden Tieren."

Da Tauben sehr standorttreu seien, würden sie auch bei Futterknappheit die Innenstädte nicht verlassen, sondern dort verhungern, meint auch die Artenschutzreferentin des Deutschen Tierschutzbundes. "Uns ist klar, dass die große Zahl an Stadttauben vielerorts ein Problem ist. Dass die Tiere nun qualvoll verenden, dürfen die Städte aber nicht zulassen", so Leonie Weltgen vom Tierschutzbund. Sorgen macht sich die Artenschutzreferentin vor allem um den Tauben-Nachwuchs: "Da gerade Brutsaison ist, werden auch viele Jungtiere in den Nestern sterben, wenn ihre Eltern sie nicht mehr füttern können." Um das zu verhindern, sollten nach Ansicht der Tierschützer Futterstellen mit artgerechter Nahrung wie Mais oder Körnern aufgestellt werden.

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