Halten sich die Deutschen an den Sicherheitsabstand?

Social Distancing? Nicht in Londons Nahverkehr

Londons Busse und Bahnen völlig überfüllt
© Reuters

24. März 2020 - 18:10 Uhr

Londons Busse und Bahnen völlig überfüllt

Eineinhalb, besser zwei Meter – so viel Abstand sollen die Menschen im öffentlichen Raum voneinander halten, um eine Ansteckung mit dem Coronavirus zu vermeiden. Das gilt in Deutschland ebenso wie in Großbritannien. Dort herrschen seit Dienstag Ausgangssperre und Kontaktverbot für mehr als zwei Personen. Doch wer einen Blick in Londons U-Bahnen, Züge und Busse wirft, kann das kaum glauben.

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Londons Bürgermeister: Bleibt zu Hause!

Der britische Premierminister Boris Johnson hatte am Montag verschärfte Regeln im Kampf gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus verkündet. Die Bürger dürfen das Haus nur noch für Arztbesuche, Einkäufe und kurze Fitnesseinheiten verlassen, alle Geschäfte werden geschlossen – ausgenommen sind Supermärkte und Apotheken. Zur Arbeit fahren soll nur noch, wer dies unbedingt muss und für den Home Office keine Option ist.

People get into a crowded underground train at North Greenwich Station, as the spread of the coronavirus disease (COVID-19) continues, in London, Britain March 23, 2020, in this still image obtained from a social media video. Peter Fellows/via REUTER
Viele in London halten sich nicht an die neuen Regeln.
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Ob sich die Menschen an diese Regeln halten? Die Situation im öffentlichen Nahverkehr lässt daran schon am nächsten Morgen Zweifel aufkommen. Die Verbindungen wurden stark reduziert, es fahren weniger Busse und Bahnen. Entsprechend voll ist es in den verbliebenen Zügen. Fotos und Videoaufnahmen zeigen Pendler, die wie Sardinen dicht an dicht gedrängt beieinander stehen.

Appell von Bürgermeister Sadiq Khan

People ride on a crowded underground train, as the spread of the coronavirus disease (COVID-19) continues, in London, Britain March 23, 2020, in this picture obtained from social media. Peter Fellows/via REUTERS    NO RESALES. NO ARCHIVES. THIS IMAGE
Die Londoner Polizei hatte mehrere Bahnen kontrolliert.
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Angesichts dieser Bilder appellierte auch Londons Bürgermeister Sadiq Khan erneut: "Nutzen Sie die öffentlichen Verkehrsmittel nur noch, wenn sie wirklich zur Arbeit müssen!" Die Gewerkschaft der Mitarbeiter im öffentlichen Nahverkehr musste der "DailyMail" zufolge Unterstützung anfordern. Polizisten kontrollierten demnach Ausweise, stellten so sicher, dass nur Menschen die Bahnen nutzen, die im Kampf gegen das Virus wichtige Schlüsselpositionen besetzen.

Und wie ist die Situation in Deutschland?

Eine Berliner Edeka-Filiale musste gerade zumindest vorübergehend schließen, weil sich die Kunden zu dicht auf die Pelle gerückt waren. Ein Einzelfall? Wie sind Ihre Erfahrungen? Wir wollen wissen: Haben Sie so etwas auch schon einmal erlebt? Im Flugzeug, in Bus oder Bahn, im Supermarkt oder am Arbeitsplatz? Dann schicken Sie uns Fotos/Videos davon an post@rtl.de, Betreff: "drängeln". Vielen Dank!

TVNOW-Doku: Stunde Null - Wettlauf mit dem Virus

Das Corona-Virus hält Deutschland und den Rest der Welt in Atem. Wie konnte es zur rasanten Verbreitung kommen und was bedeutet der Ausbruch für unseren Alltag? Warum Wissenschaftler schon lange vor dem Ausbruch vor dem Virus gewarnt haben, erfahren Sie in der TVNOW-Doku "Stunde Null - Wettlauf mit dem Virus".