Coronavirus: Rückkehrer aus China in Berlin erwartet

Dilek Kalayci spricht während einer Pressekonferenz. Foto: Jordan Raza/dpa/ZB/Archiv
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09. Februar 2020 - 8:30 Uhr

In Berlin werden am Sonntag etwa 20 deutsche Staatsbürger aus der schwer vom Coronavirus betroffenen chinesischen Millionenstadt Wuhan erwartet. "Die Bundesregierung hat entschieden, weitere Rückkehrerinnen und Rückkehrer aus Wuhan in Berlin landen zu lassen", sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Samstag. Die Rückkehrer sollen an diesem Sonntag mit einer Sondermaschine auf dem abgeschirmten militärischen Teil des Flughafens Berlin-Tegel landen. Unter ihnen sind nach dpa-Informationen auch Kinder. Wann die Maschine in Berlin landen soll, war zunächst noch unklar.

In Tegel werden die Rückkehrer laut Gesundheitsverwaltung von einem Amtsarzt in Empfang genommen. Er soll prüfen, ob bei Passagieren während des Fluges Symptome aufgetreten sind. Sie sollen dann in einem Isolierbereich in den Kliniken des Deutschen Roten Kreuzes im Stadtteil Köpenick am südöstlichen Stadtrand von Berlin untergebracht werden. Alle Passagiere würden auf das Coronavirus getestet. Mit einem Ergebnis wird für Montagmittag gerechnet.

Eine Kliniksprecherin betonte, dass die Rückkehrer vollkommen getrennt von der regulären Patientenbetreuung in einem Verwaltungsgebäude untergebracht würden. Das Betreuungspersonal wird vom Deutschen Roten Kreuz gestellt und gehört nicht zum Mitarbeiterstamm der DRK-Kliniken in Köpenick. "Diese strikte räumliche und personelle Trennung trägt maßgeblich zur Sicherheit des Personals, der Besucherinnen und Besucher sowie der Patientinnen und Patienten in Köpenick bei", sagte ein DRK-Sprecher.

Die Rückkehrer sollen nach den derzeitigen Plänen 14 Tage in dem Krankenhaus bleiben, untersucht und gegebenenfalls behandelt werden. Dafür ist die Stadt gut vorbereitet, sagte Kalayci. Die Abläufe in Berlin würden von der Senatsgesundheitsverwaltung koordiniert. Über weitere Einzelheiten soll nach Ankunft der Rückkehrer noch am Sonntag bei einer Pressekonferenz informiert werden.

Vor gut einer Woche waren bereits rund 100 deutsche Staatsbürger und Familienangehörige mit einer Maschine der Bundeswehr in Frankfurt am Main angekommen. Unterdessen ist die Zahl der nachgewiesenen Infektionen und der Toten in China bis Samstag erneut gestiegen. Die Zahl der Nachweise kletterte innerhalb eines Tages um 3399 auf 34.546, wie die Gesundheitskommission in Peking mitteilte. Die Zahl der neu nachgewiesenen Infektionen nahm damit im Vergleich zum Vortag wieder zu, nachdem sie in den vergangenen zwei Tagen leicht zurückgegangen war. Die Zahl der Toten stieg um 86 auf 722. Außerhalb von Festland-China gibt es in mehr als zwei Dutzend Ländern über 270 weitere Corona-Fälle, davon 14 in Deutschland.

Quelle: DPA