Coronavirus-Risiko im Knast

Gericht lehnt Freilassung von Julian Assange ab

Wikileaks-Gründer Julian Assange
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25. März 2020 - 20:41 Uhr

Londoner Gericht lehnt Antrag auf Freilassung ab

Die Anwälte von Wikileaks-Gründer Julien Assange sorgen sich wegen der Ausbreitung des Coronavirus um die Gesundheit ihres Mandanten. Er sei wegen seiner angeschlagenen Gesundheit im Gefängnis besonders gefährdet, so die Anwälte. Sie stellten daher einen Antrag auf Freilassung auf Kaution. Doch daraus wird nichts, der Antrag wurde von einem Londonder Gericht am Mittwoch abgelehnt.

Assange drohen bis zu 175 Jahre Haft

Assange sitzt derzeit im Hochsicherheitsgefängnis HMP Belmarsh im Südosten Londons. Ein Prozess über einen Auslieferungsantrag der USA soll am 18. Mai fortgesetzt werden. Assange war aber am Mittwoch zu einer Routineanhörung per Video zugeschaltet.

Die US-Justiz wirft Assange vor, der Whistleblowerin Chelsea Manning - damals Bradley Manning - geholfen zu haben, geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan zu veröffentlichen. Dabei soll Washington zufolge insbesondere die Sicherheit von US-Informanten aufs Spiel gesetzt worden sein. Bei einer Verurteilung in allen 18 Anklagepunkten drohen Assange bis zu 175 Jahre Haft.

Assange soll Sicherheit von US-Informanten gefährdet haben

Assange bestreitet die Vorwürfe. Seinen Anwälten zufolge sind die Anklagepunkte konstruiert, um ein Exempel zu statuieren. Sie sehen in dem Verfahren einen Angriff auf die Meinungsfreiheit und fordern Freilassung Assanges. Die Wikileaks-Enthüllungen hatten unter anderem zur Aufdeckung von Kriegsverbrechen durch US-Soldaten geführt.

Assange hatte sich aus Angst vor einer Auslieferung an die USA 2012 in die ecuadorianische Botschaft in London geflüchtet. Damals lag gegen ihn ein europäischer Haftbefehl wegen Vergewaltigungsvorwürfen in Schweden vor. Die Ermittlungen wurden aber später eingestellt. Die britische Polizei verhaftete Assange im April 2019, weil er mit der Flucht in die Botschaft gegen Kautionsauflagen verstoßen hatte. Er wurde zu einem knappen Jahr Gefängnis verurteilt.