Neue Erkenntnisse über Corona

Männer erkranken häufiger an Covid-19 als Frauen

© dpa, Sven Hoppe, shp gfh

24. März 2020 - 14:13 Uhr

Corona-Virus: Männer sind anfälliger

In Deutschland steigen die Fallzahlen und damit verbunden wächst auch das Wissen über das Virus. So wird laut Robert Koch-Instituts die Datenlage zu demografischen Angaben und auftretenden Symptomen zunehmend stabiler. Nun weiß man, Männer in Deutschland sind mit 56% über fast alle Altersgruppen hinweg etwas häufiger betroffen als Frauen.

Das Robert-Koch Institut veröffentlicht Statistik

Chef des Robert Koch Institut, Lothar Wieler
RKI-Präsident Lothar Wieler
© Bernd von Jutrczenka/dpa, POOL, joh/

Die Auswertung beruht auf Daten von mehr als 22.000 Covid-19-Patienten. Für rund 15.800 davon liegen nähere Informationen zu Symptomen und dem Krankheitsverlauf vor. Demnach tritt die von dem Coronavirus Sars-CoV-2 ausgelöste Atemwegserkrankung vor allem unter Erwachsenen auf. Das Durchschnittsalter der Covid-19-Patienten in Deutschland liegt derzeit bei 47 Jahren. Kinder und Jugendliche stellen einen eher geringen Anteil der in der Statistik erfassten Patienten dar. Kleinkinder sind kaum betroffen. Die Verstorbenen waren im Durchschnitt 82 Jahre alt.

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Symptome und Krankheitsverlauf

Die Krankheitsverläufe varrieren stark und reichen von milder Ausprägung ohne auffällige Symptome bis hin zu Lungenversagen und Tod. Von den identifizierten Fällen lässt sich laut Robert-Koch Instutit jedoch ableiten, dass bisher mehr als die Hälfte der Erkrankten über Husten klagten, rund 39 Prozent Fieber bekamen und jeder Vierte Schnupfen und oder Halsschmerzen aufwies. Weitere Symptome können Atmenot, Kopf- und Gliederschmerzen, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Übelkeit, Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall sein.

Obwohl inzwischen auch vermehrt schwere Verläufe bei Personen ohne Vorerkrankung  beobachten wurden, gilt insbesondere für vorerkrankte und immungeschächte Menschen ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe. 

Das Coronavirus Sars-CoV-2 überträgt sich bis zu 14 Tage über Tröpfcheninfektion, sprich über den direkten Kontakt zwischen Menschen. 

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Darum trifft es Männer häufiger

Mediziner glauben, dass die höheren Fallzahlen bei Männern auf einen grundsätzlich ungesünderen Lebensstil und ein schwächeres Immunsystem zurückzuführen sein könnten. Schon 2014, also lange vor der Coronavirus-Epidemie, hat das Robert Koch Institut zu diesem Thema einen Bericht vorgelegt. 

Eine aktuelle Auswertung aus China zur Infektion mit dem Sars-CoV-2 zeigt: Männer erkranken offensichtlich nicht nur häufiger, auch die Sterblichkeitsrate ist höher! Im Fall der rund 44.000 untersuchten Infizierten gab es 635 Todesfälle bei Männern, aber nur 370 bei Frauen. Eine ähnliche Entwicklung konnte bereits 2003 beim Sars-Ausbruch in Hongkong festgestellt werden. Auch hier war die Sterblichkeit bei Männern deutlich höher als bei Frauen. 

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