Drastische Mittel im Kampf gegen das Coronavirus

Das ist die Lage in Europa

16. März 2020 - 13:45 Uhr

Der Alltag macht Pause

Ausgangssperren und geschlossene Grenzen: Viele europäische Länder greifen im Kampf gegen das Coronavirus zu drastischen Mitteln. Die Verwandten im Pflegeheim besuchen, abends ins Fitnessstudio, ein Bier an der Theke des Fußballvereins –all das ist vielerorts nicht möglich. Der Alltag, wie wir ihn kennen, macht erst mal Pause. In Deutschland sind ab Montag Schulen und Kitas quasi flächendeckend zu, ebenfalls mehrere Grenzen. Wie ist die Lage in anderen europäischen Ländern? Ein Überblick.

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Italien ist in Europa am stärksten vom Coronavirus betroffen

Italien ist das am stärksten vom Coronavirus betroffene Land in Europa. Es gilt eine Ausgangsperre; die Menschen dürfen das Haus nur verlassen, um z.B. einzukaufen oder zum Arzt zu gehen. Bars und Restaurants sowie fast alle Geschäfte sind geschlossen, nur Supermärkte und Apotheken weiterhin geöffnet.

Alle nicht notwendigen Geschäftsaktivitäten müssen eingestellt werden. Stand Montag laut der US-amerikanischen John-Hopkins-Universität: über 24.700 Infektionen, mehr als 1.800 Todesfälle.

Spanien: Bürger sollen zuhause bleiben

Auch die knapp 47 Millionen Bewohner Spaniens müssen möglichst zu Hause bleiben. Im Rahmen eines Alarmzustands wurden die meisten Läden geschlossen und der öffentliche Nah- und Fernverkehr um rund 50 Prozent reduziert. Nach Italien ist Spanien das von der Krise am stärksten betroffene Land Europas. Stand Montag: über 7.800 Infektionen, 292 Todesfälle.

Frankreich bereitet Ausgangssperre vor

Nach Italien und Spanien bereitet Insidern zufolge auch Frankreich wegen der Coronavirus-Pandemie eine landesweite Ausgangssperre vor. Die Einwohner würden demnach angewiesen, zu Hause zu bleiben. Davon abweichen darf man nur in Notfällen, für Lebensmitteleinkäufe oder wenn man zur Apotheke, ins Krankenhaus oder zur Arbeit muss. Die Maßnahme könnte ab Dienstagmitternacht gelten. Stand Montag: über 5.400 Infektionen, 127 Todesfälle.

Ausgangssperre wegen Coronavirus in Österreich

In Österreich gilt wegen der Pandemie fast eine Ausgangssperre. Nur aus triftigen Gründen sollen die knapp neun Millionen Einwohner noch ihre Häuser verlassen, wie die Regierung am Sonntag mitteilte. Stand Montag: 860 Infektionen, ein Todesfall.

In Holland sind auch die Coffeeshops dicht

Die Regierung hat die Schließung von Schulen und Kitas und Gaststätten angeordnet. Die Anordnung gilt zunächst bis zum 6. April. Auch Sport- und Fitnessclubs, Saunen, Bordelle und Coffeeshops umgehend schließen. Für Kinder von Mitarbeitern unverzichtbarer Bereiche wird laut Regierung eine Betreuung organisiert. Stand Montag: über 1.100 Infektionen, 20 Todesfälle.

Belgien: Auch private Freizeitaktivitäten müssen abgesagt werden

Restaurants, Cafés und Museen sind vorerst geschlossen. Alle Freizeitaktivitäten, Kulturveranstaltungen und Konzerte müssen abgesagt werden – nicht nur öffentliche, sondern auch private. Es gibt bis zum Beginn der Osterferien am 3. April keinen Unterricht an Schulen. Stand Montag: 886 Infektionen, vier Todesfälle.

Tschechien schränkt Bewegungsfreiheit massiv ein

Die Regierung des populistischen Ministerpräsidenten Andrej Babis hat die Bewegungsfreiheit aller Menschen in Tschechien drastisch eingeschränkt. Die Bürger wurden aufgefordert, sich an ihrem Wohnort aufzuhalten und zwischenmenschliche Kontakte zu meiden.

Ausnahmen gelten unter anderem für den Weg zur Arbeitsstätte und zurück, den Einkauf von Lebensmitteln sowie Arztbesuche und Parkspaziergänge. Stand Montag: 293 Infektionen, kein Todesfall.

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