Österreich erschwert Einreise aus Italien massiv

Coronavirus: Bundesregierung rät von Reisen nach ganz Italien ab

Im Grenzgebiet zu Italien werden punktuelle Gesundheitschecks durchgeführt.
Im Grenzgebiet zu Italien werden punktuelle Gesundheitschecks durchgeführt.
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10. März 2020 - 15:28 Uhr

RKI stuft ganz Italien als Risikogebiet ein

Erst war es nur der Norden, jetzt herrscht in ganz Italien Corona-Alarm. Die Bundesregierung rät mittlerweile wegen der raschen Ausbreitung des Virus von allen nicht erforderlichen Reisen in das Land ab. Die Reisehinweise des Auswärtigen Amts wurden am Dienstag entsprechend aktualisiert. Bisher wurde nur von Reisen in besonders stark betroffene Regionen im Norden des Landes ausdrücklich abgeraten.

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Vatikan sperrt Petersdom und Petersplatz

Das Robert-Koch-Institut (RKI) stuft mittlerweile ganz Italien als Risikogebiet ein. Dies sind nach RKI-Angaben Gegenden, in denen eine fortgesetzte Virus-Übertragung von Mensch zu Mensch vermutet werden kann. Schon länger gilt diese RKI-Einstufung für Provinzen in China und Südkorea sowie den Iran. Auf eine Reisewarnung - wie für Teile Chinas - verzichtet die Bundesregierung weiterhin. Reisewarnungen werden nur bei einer akuten Gefahr für Leib und Leben ausgesprochen und sind daher selten. Sie können eine kostenfreie Stornierung von Reisen ermöglichen.

Was Ihre Rechte sind, wenn Sie Ihre Reise wegen des Coronavirus stornieren möchten, lesen Sie hier.

Der Vatikan sperrte Petersdom und Petersplatz für Touristen. Dies gilt auch für geführte Reisegruppen. Einzelnen Gläubigen soll der Zugang zum Dom jedoch zum Gebet erlaubt bleiben. Auch das Postamt sowie die Buchhandlung im Vatikan bleiben für Besucher geschlossen. Die Maßnahmen gelten vorerst bis zum 3. April. Das ist auch das Datum, bis zu dem die italienische Regierung die Bewegungsfreiheit im ganzen Land eingeschränkt hat, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen.

Rückreise für Touristen soll möglich bleiben

Teatro Massimo square of Catania is virtually deserted after a decree orders for the whole of Italy to be on lockdown in an unprecedented clampdown aimed at beating the coronavirus, in Catania, Italy, March 10, 2020. REUTERS/Antonio Parrinello
In Italien sind die Straßen nahezu menschenleer.
© REUTERS, ANTONIO PARRINELLO, AP/

Das Auswärtige Amt weist darauf hin, dass die Rückkehr an einen Wohnort sowohl innerhalb als auch außerhalb Italiens derzeit weiterhin möglich ist. Mit Kontrollen und Nachfragen von Sicherheits- und Ordnungskräften müsse aber gerechnet werden. Reisende müssen eine Selbsterklärung über die Notwendigkeit einer Fahrt innerhalb des Landes ausfüllen und mitführen. Österreich hat einen weitgehenden Einreisestopp für Reisende aus Italien erlassen. Nach Angaben eines Regierungssprechers soll dieser aber vor allem Italiener betreffen. Die Durchreise von Touristen etwa aus Deutschland solle möglich bleiben, sofern diese keinen Halt in Österreich machten. Dazu könne unter anderem vor der Einreise die Tankanzeige kontrolliert werden, hieß es.

Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) sieht dagegen wenig Chancen darin, die Ausbreitung des Virus durch Einreisebestimmungen zu verlangsamen: "Ein Virus, das sich so ausbreitet wie dieses, kann man nicht an Ländergrenzen aufhalten", sagte Lothar Wieler. Die Sperrung von Grenzen sei "unverhältnismäßig". Wichtig sei vielmehr, dass alle Länder ihre Gesundheitssysteme stärkten und man sich gegenseitig unterstütze. Internationale Solidarität und Zusammenarbeit gefordert. Dies sei nie wichtiger gewesen als heute.