Auch Fälle in Deutschland erwartet

Coronavirus breitet sich weiter aus: Fast 900 Infizierte und 26 Tote

24. Januar 2020 - 13:04 Uhr

Sprunghafter Anstieg von Coronavirus - auch andere Länder schon betroffen

Die neue Lungenkrankheit Coronavirus breitet sich in China - und auch über die Grenzen des Landes und des asiatischen Kontinents hinaus - weiter aus. Knapp 900 Fälle meldet Chinas Staatsrat. Das sind deutlich mehr als noch am Vortag. Auch in Chinas Nachbarländern gibt es bereits bestätigte Fälle, sowie einen ersten Coronavirus-Patienten in den USA. Experten halten Einschleppungen der Lungenkrankheit nach Europa für wahrscheinlich. Mehr dazu im Video.

Was die Ausbreitung des Coronavirus für uns in Deutschland bedeutet und wie wir uns schützen können, erklären wir hier.

Schon 26 Tote durch die gefährliche Lungenerkrankung

21.01.2020, China, Wuhan: Mitarbeiter in Schutzanzügen stehen vor dem Wuhan Medical Treatment Center, in dem ein Patient mit Verdacht auf den neuartigen Corona-Virus behandelt wurde. Foto: Dake Kang/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
© dpa, Dake Kang, nwi

Das Virus kann von Mensch zu Mensch übertragen werden. Gesundheitsexperten warnten vor besonders ansteckenden Patienten, die das Virus schneller streuen könnten. Fälle der sogenannten "Super-Spreader" hatte es in China auch während der Sars-Pandemie gegeben, der 2002/2003 rund 800 Menschen zum Opfer gefallen waren.

Insgesamt sind laut der Behörden in China bislang 26 Todesfälle nachgewiesen worden. Mit der gerade laufenden Reisewelle zum chinesischen Neujahrsfest am kommenden Samstag wächst die Gefahr einer Übertragung des Virus. Bei der größten jährlichen Völkerwanderung sind einige Hundert Millionen Chinesen unterwegs.

In Wahrheit schon mehr als 1.700 Infizierte?

Knapp 900 Infizierte - das sagen zumindest die Behörden in China, doch Experten befürchten, dass die Zahl in Wahrheit viel höher liegt. Letzte Woche hieß es noch, es gebe überhaupt keine neuen Fälle. Jetzt der sprunghafte Anstieg. Und schon 2002/03 hatten die Behörden in China lange über die tatsächliche Ausbreitung der Sars-Epidemie nicht die Wahrheit gesagt. Beim  Coronavirus soll  es sich um eine Sars-Variante handeln. Experten schätzen, dass es weltweit mehr als 1.700 Infizierte geben könnte.

Auch Fälle des Coronavirus' in Deutschland befürchtet

Kazakh sanitary-epidemiological service worker uses a thermal scanner to detect travellers from China who may have symptoms possibly connected with the previously unknown coronavirus, at Almaty International Airport, Kazakhstan January 21, 2020. REUT
Fieberkontrollen am Flughafen
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Zuerst ist das Virus in der chinesischen Stadt Wuhan aufgetaucht. Offenbar hatten sich Menschen auf einem Fisch- und Geflügelmarkt an Tieren angesteckt. Von dort hat sich das Virus schnell überregional verbreitet. Der Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité rechnet auch mit Fällen in Deutschland: "Wir müssen damit rechnen, dass wir Fälle nach Deutschland bekommen und wir müssen uns im gesamten Gesundheitssystem darauf vorbereiten", sagte er im Deutschlandfunk. Sein dringender Rat: Krankenhäuser müssen schon jetzt auf ihren Intensivstationen Platz für mögliche Patienten schaffen.

An vielen Flughäfen weltweit gibt es schon Sicherheitsmaßnahmen. So werden Passagiere aus China zum Beispiel auf Fieber kontrolliert. Anlass für eine Reiswarnung sieht die Bundesregierung allerdings derzeit noch nicht, wie eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes am Mittwoch sagte. Das Gesundheitsministerium erklärte, man beobachte die Lage aufmerksam und sei vorbereitet. Das Virus sei jedoch weit weniger gefährlich als etwa die Lungenkrankheit Sars. Die internationale Abstimmung laufe ganz gut. "Insgesamt ist die Gefahr oder das Risiko für die Gesundheit der Bevölkerung sehr gering", sagte ein Sprecher des Ressorts.

Was ist das Coronavirus?

Das Coronavirus kann zu schweren Atembeschwerden, Lungenentzündungen und hohem Fieber führen. Bisher können die Expeten nicht einschätzen, in wie viel Prozent der Fälle die Lungenerkrankungen tödlich verlaufen. Die bisherigen Todesopfer sollen offenbar schon vor der Infektion schwer krank gewesen sein.