Zustand nach Coronavirus-Infektion stark verschlechtert

Boris Johnson auf der Intensivstation

07. April 2020 - 21:39 Uhr

Johnson auf Intensivstation in Londoner Krankenhaus

Nach seiner Coronavirus-Infektion gab sich Boris Johnson zunächst optimistisch, wirkte aber schon angeschlagen. Jetzt hat sich der Zustand des britischen Premierministers so stark verschlechtert, dass er auf die Intensivstation eines Londoner Krankenhauses verlegt werden musste - und sie auch für die zweite Nacht nicht verlassen durfte. Als Premier-Vertreter hat Außenminister Raab jetzt das Sagen.

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Außenminister Dominic Raab vertritt den britischen Premier

Dominic Raab
Außenminister Dominic Raab vertritt den an Covid-19 erkrankten britischen Premierminister Boris Johnson.
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Johnson war am Sonntag ins staatliche St. Thomas' Hospital nahe dem Parlament gebracht worden. Der Zustand des 55-Jährigen verschlechterte sich im Laufe des Montagnachmittags aber derart, dass ihn die Ärzte am Abend auf die Intensivstation brachten.

Boris Johnson habe Außenminister Dominic Raab (46) damit beauftragt, ihn zu vertreten, wo es notwendig sei, teilte eine Regierungssprecherin am Montagabend mit. Da es keinen festen Stellvertreter für den britischen Premier gibt, entscheidet dieser selbst, wer ihn vertritt. Über den genauen Zustand des 55-jährigen Johnson informierte Downing Street hingegen nicht. Er soll allerdings Sauerstoff bekommen haben und in der Lage sein, selbst zu atmen.

"Der Premierminister ist in hervorragenden Händen und dankt allen Mitarbeitern des (Gesundheitsdiensts) NHS für ihre harte Arbeit und ihr Engagement", heißt es in einer offiziellen Mitteilung. Königin Elizabeth II. (93) wurde über die Lage informiert. Nach Medienberichten ist Johnson bei Bewusstsein.

Johnsons schwangere Freundin zeigte Covid-19-Symptome

Politiker aus aller Welt wünschten dem Premier noch in der Nacht zum Dienstag eine schnelle Genesung, darunter die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Donald Trump. Der britische Finanzminister Rishi Sunak teilte ebenfalls per Twitter mit, seine Gedanken seien bei Johnson und dessen schwangerer Freundin Carrie Symonds. Symonds verbrachte eine Woche lang mit Symptomen der Lungenkrankheit im Bett. Das Paar hatte Ende Februar seine Verlobung bekanntgegeben. Das Baby soll im Frühsommer auf die Welt kommen.

Britische Medien: Boris Johnson wird beatmet

Boris Johnson
Nach Berichten britischer Medien wird Boris Johnson im Krankenhaus beatmet.
© imago images/Le Pictorium, Julien Mattia / Le Pictorium, via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Johnson hatte seine Infektion mit dem Erreger am 27. März öffentlich gemacht. Zunächst arbeitete er isoliert im Regierungssitz in der Downing Street weiter. In seinen Videobotschaften zur Pandemie gab er sich zwar zuversichtlich, er wirkte aber schon schwach und hatte auch deutlich an Gewicht verloren.

Er sei auf Anraten seines Arztes "zu einigen Routinetests" ins Krankenhaus gegangen, hatte Johnson noch am Montag per Twitter mitgeteilt. Nach Angaben eines Regierungssprechers litt er unter Fieber und Husten. Einige britische Medien schrieben hingegen von einer schweren Erkrankung der Lunge; Johnson wurde demnach schon beatmet. Außenminister Raab vertrat ihn bereits auf einer Sitzung.

Britische Regierung im Kampf gegen Coronavirus unter Druck

Noch Anfang März hatte der Premierminister damit geprahlt, dass er Menschen in einem Krankenhaus, darunter Covid-19-Patienten, die Hände geschüttelt habe. Das werde er auch weiterhin tun, sagte er damals.

Die britische Regierung steht im Kampf gegen die Pandemie unter erheblichem Druck: Durch einen Schlingerkurs verlor sie wertvolle Zeit, um den Ausbruch einzudämmen. Im chronisch unterfinanzierten Gesundheitsdienst NHS (National Health Service) gibt es zudem nicht genügend Tests, Schutzausrüstungen und Beatmungsgeräte. Erste Kliniken meldeten nach britischen Medienberichten sogar einen Mangel an Sauerstoff für die Beatmung der Lungenkranken.

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