Unterricht gesichert?

Coronavirus: Ansteckungsgefahr in Schule viel geringer als vermutet

Ansteckungsgefahr in der Schule vier Mal geringer als außerhalb.
© dpa, Felix Kästle, lix dul bwe

19. November 2020 - 17:13 Uhr

Schüler infizieren sich außerhalb der Schule viermal häufiger

Die Hamburger Schulbehörde hat die Corona-Infektionen an den Schulen ausgewertet. Die ersten Ergebnisse sind überraschend: Demnach hätten sich 78 Prozent wahrscheinlich gar nicht in der Schule, sondern außerhalb infiziert. Auffällig sei auch, dass sich jüngere Schüler nur halb so häufig infizieren wie ältere.

Eine Infektion pro Jahrgangsstufe

Laut der Auswertungen der Schulbehörde meldeten Schulen oft nur einen einzigen Infektionsfall innerhalb von zehn Tagen in einer Jahrgangsstufe. In diesen Fällen sei es unwahrscheinlich, dass sich die Personen in ihrer Schule infiziert haben, da es dort keinen zweiten Infizierten gab. "Dann muss man ganz nüchtern sagen: Dann kann man sich eigentlich in der Schule gar nicht infiziert haben", so Schulsenator Ties Rabe (SPD). Jetzt brauche es Gesundheitsexperten und Wissenschaftler, die diese ersten Ergebnisse weiter evaluieren, so der Hamburger Schulsenator weiter.

Die Linke kritisiert: "Die schulische Realität sieht anders aus"

Sowohl die Hamburger Linke als auch die Hamburger CDU kritisieren die Folgerungen aus den Daten. "Die schulische Realität sieht anders aus, als der Schulesenator das jetzt vorläufig aus seinen Studien herleitet", so Sabine Boeddinghaus, bildungspolitische Sprecherin der Linke-Bürgerschaftsfraktion. Birgit Stöver von der CDU-Fraktion fordert einen vernünftigen Corona-Notfall-Stufenplan von Rabe.

Hamburg will die gesammelten Daten nun der Kultusministerkonferenz für weiterführende wissenschaftliche Studien zur Verfügung stellen.

Quelle: dpa/ RTL