Papst sagt Termin wegen "leichten Unwohlseins" ab

Coronavirus-Angst im Vatikan: Papst Franziskus hustet und schnieft

Papst Franziskus sagte eine Veranstaltung in Rom wegen "leichtem Unwohlsein" ab. Foto: Gregorio Borgia/AP/dpa
© deutsche presse agentur

28. Februar 2020 - 10:22 Uhr

Vatikan-Sprecher: Papst Franziskus sei "unpässlich"

Die Angst vor dem Coronavirus hat offenbar auch den Vatikan erreicht: Inmitten wachsender Sorge um gehäufte Virus-Infektionen in Italien beobachten Gläubige, wie der Papst mehrfach hustet. Nun sagt Vatikan-Sprecher Matteo Bruni ein Bischofstreffen in Rom ab. Der 83-Jährige sei "unpässlich", heißt es.

Papst Franziskus sei generell guter Gesundheit

People before the Angelus of Pope Francis with mask prevention against the Wuhan Coronavirus epic in St. Peter's Square at the Vatican. Credit Image: Evandro Inetti/ZUMA WirePictured: GV,General ViewRef: SPL5144783 020220 NON-EXCLUSIVEPicture by: Zum
In Italien gibt es einen größeren Ausbruch des Coronavirus mit mehr als 520 Infizierten.
© Zuma / SplashNews.com

Der Papst bleibe lieber in der Nähe seines Wohnorts im Vatikan, so der Sprecher. Die anderen Termine würden aber wie geplant stattfinden. Was genau der Pontifex hat, gab der Vatikan nicht bekannt.

In Italien gibt es einen größeren Ausbruch des Coronavirus mit mehr als 520 Infizierten - allerdings im Norden des Landes und nicht in Rom. Dort gab es bisher nur drei Fälle, die alle geheilt wurden. Franziskus ist generell guter Gesundheit, er hat allerdings nur noch einen Lungenflügel und Beschwerden beim Gehen, sagte der Sprecher.

Viele Pilger trugen Schutzmasken in Rom

Am Mittwoch hielt der Papst wie üblich die Generalaudienz und die Feierlichkeiten zum Aschermittwoch. Dabei hustete und schniefte er allerdings mehrmals. Bei der Audienz küsste er Kinder und schüttelte wie üblich zahlreichen Gläubigen am Petersplatz die Hände - viele trugen Atemschutzmasken. Franziskus bekümmerte das offensichtlich wenig. Später sprach er den Coronovirus-Opfern seine Nähe aus und dankte den Ärzten und Helfern. Er bete "für die zivilen Behörden und alle, die sich um die Pflege der Patienten kümmern und die sich um eine Eindämmung der Ansteckungen bemühen".

Vatikan hat die Katakomben geschlossen

Der Vatikan hat mittlerweile auch auf das Virus reagiert. Die Katakomben sind derzeit landesweit wegen des Sars-CoV-2-Ausbruchs für Besucher geschlossen. Die unterirdischen Grabstätten gibt es unter anderem in Rom und Umgebung, auf Sizilien und in der Toskana.

Im Vatikanstaat stehen an den Eingängen zu den Büros Desinfektionsmittel-Spender. Zudem wurden einige Veranstaltungen in geschlossenen Räumen verschoben. Mehrere Diözesen im Norden des Landes, wo die meisten Infizierten registriert sind, etwa Mailand, Venedig und Padua, haben Gottesdienste ausgesetzt. In manchen Kirchen wurden Weihwasserbecken geleert, in das Gläubige oft ihre Fingerspitzen tauchen, um sich zu bekreuzigen.

+++ Alle aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus finden sie bei uns im Live-Ticker +++